Kindergartenkind. 

Kindergartenkind.

 

Liebe Tiffy,
morgen ist Dein erster Tag im Kindergarten.
Morgen bist Du 2 Jahre, 10 Monate und 23 Tage alt.

Für uns war es der richtige Weg, dass wir fast 3 Jahre zusammen waren.
Nur wir.
Die Zeit ist nun vorbei.
Ich habe sie unendlich genossen.

Und ich bin traurig.
Traurig darüber, Dich nun „frei zu geben“; Dich in andere Hände geben zu müssen.

Hände, die nicht jahrelang auf dich gewartet haben.
Hände, die sich nicht hunderte von Spritzen in den Bauch jagen mussten.
Hände, die sich bei Deinem ersten Schrei nicht die Tränen des Glückes aus den Augen gewischt haben.
Hände, die Dich nicht zum ersten Mal ehrfürchtig gestreichelt haben.
Zum ersten Mal und viele, viele weitere Male.
Hände, die dich nicht getragen haben.
Meter um Meter um Meter.
Hände, die die Deinen nicht gehalten haben, als Du Deine ersten Schritte gemacht hast.
Als Du Deine Impfungen bekommen hast.
Als Du krank warst.
Hände, Die Dich Nachts nicht an Dich kuscheln und Dich wieder zudecken, weil du Dich freigeturnt hast.

Fremde Hände.

Mein kleines grosses Mädchen, heute denke ich oft daran, wie es war, als man Dich mir auf die Brust gelegt hat, nach Deiner Geburt.
Ich war der glücklichste Mensch auf der ganzen Welt.
Ich habe Dich angeschaut, Du warst so winzig mit Deinen 2640 Gramm.
Immer und immer wieder.
Nie habe ich etwas wertvolleres in meinen Armen gehalten.

Für mich war es seit diesem Tag unvorstellbar, auch nur eine Sekunde in Deinem Leben zu verpassen.
Die Verantwortung für Dich jemand anderem zu übertragen.
Nicht auf Dich aufzupassen.

Nun ist er gekommen, dieser Tag.
Ich werde Stunden Deines Lebens verpassen.
Ich werde Dich in -hoffentlich- fürsorgliche Hände geben.

Meine grosse Maus, ich bemühe mich sehr, Dir nicht zu zeigen, wie traurig ich bin, dass sich ab morgen alles verändert.

Wir haben zusammen eingekauft, alle Sachen mit Deinem Namen beschriftet, eine kleine Schultüte ausgesucht (und Mama hat sie befüllt 😊) und fahren 1 Mal täglich am Kindergarten vorbei und spielen das „Wer geht hier bald hiiiiiin? High-Five Ratespiel“.
Ich möchte nicht, dass Du Angst hast oder den Kindergarten mit „traurig sein“ assoziierst.

Trotzdem hast Du mich heute angesehen und mich gefragt: „Mama, warum bist Du so traurig?“
Ich habe gelächelt und gesagt: „Mein Mäuschen, ich bin nicht traurig.“
Du hast geantwortet: „Aber Du hast ganz traurige Augen, Mama!“
Mein kluges, grosses Mädchen.
Geweint habe ich dann heimlich im Bad.

Heute Abend war mir so schlecht, dass ich mich beinahe übergeben hätte.
So aufgewühlt war ich.
Liebe Tiffy, ich liebe Dich so sehr, dass es wehtut, Dich loszulassen.

Morgen gehen wir einen grossen und wichtigen Schritt, mein Mädchen.
Einen grossen Schritt in Richtung Selbstständigkeit.
Ich hoffe, dass ich Dir in den vergangenen 2 Jahren, 10 Monaten und 23 Tagen viele Dinge mitgeben konnte, die Dir morgen und fortan jeden Tag nützlich sind.
Das Du Dich immer auf mich verlassen kannst, zum Beispiel.
Das Du alles schaffen kannst und dass ich immer hinter Dir stehe.
Und dass Du niemals alleine bist.
Das ich immer wiederkomme.

Niemals werde ich vergessen, wie nah wir uns nach Deiner Geburt waren.
Ich hoffe, wir werden uns für immer so nah sein wie an Diesem Tag – auch wenn wir manchmal voneinander weggehen.

Ich liebe Dich.

Deine Mama

36 Wochen Babymädchen

36 Wochen Babymädchen
17.3.2016-23.3.2016

„Ich weiss nicht, wer das sagte,
aber es gibt wirklich Orte im Herzen,
die man erst kennenlernt,
wenn man Kinder hat.“

Schönster Abend der Woche:

Freitag.
Papa geht einkaufen, während ich euch beide ins Bett bringe.
Tiffy schlummert gerade ganz gemütlich an meiner rechten Schulter ein, da kommt von links ein BÖÖÖÖLP und mir wird ganz warm um Herz und Cardigan.
Ein riesiger Strahl anverdautes Obstmus kommt aus deinem kleinen Körper geschossen.
Du schnappst nach Luft – ich nehme Dich schnell hoch und klopfe Dir auf den Rücken.
Dabei erbrichst Du erneut – quer über meine gesamte Betthälfte.
Tiffy wird wieder wach.
Ich drücke Dich fest an mich, um Dich zu beruhigen.
Ich mache das Licht an und sehe mir das komplette Ausmaß der Katastrophe an.
Das Beistellbett, mein Bett, ich, Du, das Bettzeug, alles ist vollgek….
Chapeau für diese unfassbare Zielgenauigkeit.
Du liegst mittlerweile auf dem Fussboden und lachst.
Tiffy steht vorsichtshalber mit auf und wiederholt mantramäßig: „Das Babymädchen hat gespuckt! Ganz doll! Mama muss alles waschen!“
Herr Düse betritt die Wohnung, als ich gerade dabei bin, die Oberbetten abzuziehen.
Dir geht es aber wieder bombig.
Klassischer Fall von Überfressen.

Was Du alles Neues kannst:

SITZEN!!
Du sitzt!
Meine Maus sitzt!
Ich bin so stolz!
Eines Nachmittags hast Du Dich aus dem Vierfüsslerstand einfach nach hinten geschoben und Dich hingesetzt.
Beim anschliessenden Applaus hast Du (immernoch 2-bezahnt) in die Runde gelacht und seitdem sitzt Du.
Bombenfest.

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Dein neues Lieblingsspiel:

„Wir-sortieren-Dinge-in-die-Dusche“
Hier im Bild:
Schnuller und Minnie Maus Schüsselchen.

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Geschwisterliebe:

Unterhaltung mit Tiffy.
Ich: „Hast Du Mama lieb?“
Tiffy: „Jaaaa!“
Ich: „Hast Du das Babymädchen lieb?“
Tiffy: „Nee. Ich hab Tim lieber!“

Dein größter „natürlicher“ Feind:

Der Staubsauger.
Uiuiuiui.
Da manifestiert sich ein handfestes Staubsauger Muschitum.
Sobald er an ist, wird herzhereissend geweint – man merkt richtig, dass Du Angst hast.
Meine knifflige Herausforderung ist es nun, ein Gleichgewicht zwischen Krümel Alley und weinendem Babymädchen herzustellen.
Alles in mir schreit:
„Babymääääädchen…. ich werde nie wieder saugen. Hörst du? Nie, nie wieder!!“
Aber leider würde ich Dich dann der nicht unerheblichen Gefahr der Erstickung durch Tiffys Krümel-Auslegeware aussetzen.
Ich einige mich mit Dir im Stillen auf: Weniger und dafür schneller saugen 😉

Themenbereich „Rhythmus und Musik“:

Du tanzt.
Wie Flat Eric in der Horizontalen.
Sobald die Musik angeht (wobei Du völlig anspruchslos bist, was die Musikrichtung angeht) wippst Du mit und shakest Deinen Kopf  (Nicke mit dem Beat…) und lachst Dein unfassbar niedliches 2-Zahn-Lachen. 😍

Fortbewegung:

Du raupst Dich ebenso grazil wie anmutig langsam aber sicher vorwärts.
Wenn Du kurz vor dem Ziel bist, schmeisst Du Dich mit einem beherzten Hechtsprung auf das Objekt der Begierde.
Bald, kleine Raupe, bald fliegst Du wie ein wunderschöner Schmetterling 🐛

Deine Größe:

74cm

Dein Gewicht:

Die Personenwaage, mit der ich mich diese Woche mit Dir auf dem Arm gewogen habe, sagt 9,6 Kilo.
(Natürlich für uns beide, ist klar 😉)
Hä?
Die Babywaage letzte Woche erzählte was von 7770g.
Ich fühle mich damit sehr in meiner Theorie bestätigt, dass die Waagen in unserem Haushalt nichts als Lügen verbreiten.

Deine Windeln:

Pampers Baby dry Größe 4

Mamas Facts:

Mamas Körper:

Kategorie: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

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Mein Dekolleté.
Du kneifst.

Mamas Gewicht:

-500g
(Noch 1,1 kg bis zum Pre-Schwangerschaftsgewicht)

39 + 4 ODER: Herzlich Willkommen, kleines Babymädchen ❤

Gestern morgen, pünktlich zum Sonnenaufgang, habe ich unser kerngesundes Babymädchen zur Welt gebracht.
Spontan, ohne PDA, aus eigener Kraft, nach nur 4 Stunden Krankenhaus und 12 Stunden Wehen zu Hause.

Ich bin immer noch sprach- und fassungslos über die Urgewalt, mit der so eine Geburt auf einen niederprasselt und ich muss das erstmal alles verarbeiten.
Mir schwirrt so unglaublich vieles im Kopf herum, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.

Neben mir liegt ein bezauberndes, perfektes, vollkommenes, kleines Geschöpf, dass mir seit einem Tag die Tränen des Glückes in die Augen treibt.
Sie ist perfekt, ich verliere mich noch und nöcher in ihren Augen, ihrem Geruch, ihren winzigen Füssen.
Mein Babymädchen.
Unser Babymädchen.
Ich bin unendlich dankbar.

Unser Wunder. ❤❤❤

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38 + 5 ODER: Exklusivzeit

38 + 5 ODER: Exklusivzeit

Bild: Pixabay.com

Mein geliebtes Tiffy-Mäuschen!

In den letzten Tagen habe ich mich immer häufiger gefragt, wie lange wir wohl noch unsere „Exklusivzeit“ miteinander verbringen werden.
Unsere exklusive „Mama und Tiffy Zeit“, die es jetzt seit nunmehr 21 Monaten gibt.
Die Uhr läuft unermüdlich weiter…

Vor 21 Monaten hast Du mein Leben auf den Kopf gestellt.
Bist mit dem Popo voran hineingerutscht und seitdem ist nichts mehr so, wie es einmal war.
Du hast mich verändert.
Du hast mich zur Mama gemacht.
Du hast Papa zum Papa gemacht.
Du hast uns zu einer Familie gemacht.

Mit Dir haben wir das erste Mal das Wunder einer Schwangerschaft erlebt, jeden einzelnen Tag Deiner Entwicklung verfolgt, die zarten Tritte aus einer scheinbar anderen Welt gespürt.

Mit Dir haben wir das Wunder der Geburt zum ersten Mal erlebt; haben am eigenen Körper gespürt wie es ist, sich von einer Sekunde auf die andere unsterblich zu verlieben.

Durch Dich haben wir Erfurcht und Respekt vor dem Leben ganz neu kennengelernt.

Durch dich haben wir gelernt wie es sich anfühlt, vor Erschöpfung im Stehen einzuschlafen und am Ende seiner Kräfte zu sein.

Du hast uns gezeigt was es heisst, bedingungslos zu lieben und wie es ist, vor Glück zu weinen.

Wir haben durch Dich gelernt, dass alles, was wir uns im Vorfeld vorgenommen haben oder für „falsch“ oder „richtig“ angesehen haben, plötzlich keine Wertigkeit mehr hat, wenn es Dir damit nicht gut geht.

Du hast uns in diese neue, andere Welt geführt, von der wir vorher nichtmal wussten, dass sie existiert.

Du wirst immer diejenige bleiben, mit der wir diese vielen ersten Male zum ersten Mal erleben durften.

Es ist momentan noch unvorstellbar für mich, dass ich meine Liebe zu Dir bald schon teilen werde.
Dass ich ein zweites kleines Babymädchen genauso lieben werde, wie ich Dich liebe.

Und, meine geliebte Tiffy, Mama verrät Dir ein Geheimnis:
Mama hat Angst.
Angst davor, dass sie das Babymädchen erst gar nicht so lieben kann, wie sie Dich liebt.
Angst, dass Du untergehst.
Angst, dass das Babymädchen untergeht.
Angst, dass Mama und Papa untergehen.

In Mamas fulminantesten Alpträumen stehst Du mit gesenktem Kopf abseits am Wegesrand und bist traurig.
Groß bist Du geworden.
Und Mama bekommt davon nichts mit, weil sie zu sehr mit dem Babymädchen beschäftigt ist und bei dem Versuch, es irgendwie allen Recht zu machen, scheitert.

Mein geliebtes Mäuschen:
Du bist wirklich und wahrhaftig groß geworden.
Aber niemals würde Deine Mama auch nur einen einzigen Tag verstreichen lassen, ohne dankbar zu sein, dass es Dich gibt.

Kein einziger Tag wird je vergehen, an dem ich nicht vor Glück zerplatze, wenn ich in Deine kleinen Augen blicke.

Kein einziger Tag, an dem ich Dir nicht mindestens 10 Mal sage, dass ich Dich liebe und dass Du wunderhübsch bist.

Kein einziger Tag, an dem ich Dich nicht unendlich liebe.

Kein einziger Tag.

Ich wünsche mir, dass es Dir gut tun wird, große Schwester zu werden.
Dass Du genauso verrückt nach unserem Babymädchen sein wirst, wie Du es jetzt bei fremden Babys schon bist.
Dass Du, obwohl Du noch so klein bist, verstehst, dass Mama Dich nienieniemals weniger lieben wird, nur weil auf einmal ein Baby da ist.
Dass Du niemals weinen musst, weil Du nicht mehr die Einzige sein wirst und all die Aufmerksamkeit, die Du von allen bekommst, künftig teilen musst.

Meine geliebte Tiffy:
Schon bald beginnt eine neue, exklusive Zeit.
Die von Mama, Papa, Tiffy und dem Babymädchen.

Ich liebe Dich.
Deine Mama ❤

36 + 4 ODER: Tiffy ❤

36 + 4 ODER: Tiffy ❤

Liebe Tiffy!

Die Zeit rast unermüdlich und ich komme gar nicht hinterher, deine Fortschritte zu notieren.
Jeden Tag höre ich neue Wörter aus Deinem süßen kleinen Mund, Du bastelst Sätze, Du agierst und reagierst und verblüffst mich mit Deinem jetzt schon beachtlichem Wissen und Erinnerungsvermögen.

Wie Du „PIEPS“ sagst, wenn ich mich spritzen muss und damit „Pieks“ meinst.
Wie Du es mit „AUAAUAAUA“ kommentierst und danach gleich zum Pusten kommst.

Wenn Du auf die Frage „Wer hat hier gepupst?“ mit einem schelmischen Grinsen im Gesicht und eindeutigem Fingerzeig mit „Duuuuuu“ antwortest.

Wie Du Dir die Fussbank im Gäste-WC so zurechtrückst, damit du optimal an den Wasserhahn kommst. (AN!)

Wie Du „Ännieee“ sagst, wenn Du Dir Deine Hände waschen möchtest.

Wie Du mit entschuldigender Handbewegung „Huch“ sagst, wenn Dir zuuuuuufällig etwas runterfällt oder Du GANZ AUS VERSEHEN etwas ausspuckst.

Wie unglaublich süß Du Dich mit Deinem Spieltisch unterhälst.
Die Stimme sagt laut „HALLO“ und animiert Dich, ans „Telefon“ zu gehen.
Wie ich dich am liebsten auf der Stelle dafür abknutschen könnte, wenn Du mit Hörer am Ohr „Hallooooo“ antwortest und so über mehrere Minuten eine tiefgehende Konversation mit der sprechenden Katze führst.
(„Hallo!“ – „Hallooooo?“ – *Telefon klingelt* – „Hallooooo?“ – „Hallo!“ – „Schön, Dich zu sehen“ – „Ja“ – „Komm, spiel mit mir!“ – „Halloooo?“ – „Hallo!“)

Wie Du gestern ein loses Haargummi auf dem Boden hast liegen sehen und schnurstracks an den Badezimmerschrank gegangen bist, die Kindersicherung geöffnet hast (!!!!!) und die Tüte mit Haargummis herausgeholt hast, um das Haargummi einzupacken.
Ich war sprachlos.

Wie Du das liebevolle Umarmen Deiner Mama für Dich entdeckt hast.
Du kommst dann so unglaublich süß dahergelaufen und schlingst Deine kleinen Ärmchen fest um mich, dass ich vor Glück beinahe weinen könnte.
Da dem Ganzen meist ein Akt körperlicher Gewalt (von Dir. An mir.) vorausgegangen ist, weine ich auch ab und zu dabei.
Allerdings vor Schmerz.

Wie Du mich gerne mal in peinliche Situationen bringst….
Wenn Du beispielsweise an roten Ampeln den (vorzugsweise Männern) im Nachbarauto zuwinkst – und das so akribisch, bis sie auch JA zurückwinken.
Alternativ machst Du das auch bei vorbeilaufenden Menschen draussen.
Meist begleitet von einem fragenden „Hallooooooo?“
Die meisten Leute antworten Dir sogar (was mich sehr für Dich freut) – und selbst wenn nicht: Du winkst und grüßt fleissig mit beneidenswerter Ausdauer weiter.

… Oder wie Du zu Hause auch gerne der „penetrante Zaungast“ bist.
In unserem Garten, der nicht nur groß ist sondern ausserdem vor Outdoor-Spielzeug schon beinahe überquillt, ist Dein Lieblingsplatz… Tadaaaa… die nicht bepflanzte Lücke am Zaun zu unseren Nachbarn.
Du stehst dort so gerne und starrst sie nieder. 😉
Neulich sogar so lange, bis sie Dir freiwillig ein Spielzeug geschenkt haben.

… Wie Du auf dem Spielplatz den Part der „Schmeissfliege“ einnimmst.
Sofort wird sich auf alle Kinder gestürzt – ungeachtet des Alters oder der schon vorhandenen Gruppendynamik.
So habe ich Dich neulich erstmal von einer Gruppe halbstarker Jungs wegzerren müssen, oder Dich davon abhalten müssen, dich bei der Großfamilie mit an den Picknick-Tisch zu setzen.
Meistens hat Deine kommunikative Ader zur Folge, dass mich die Mütter von irgendwelchen „Lenis/Mathildas/Theas/Jonas/Ole/Bens“ mit irgendeinem Blödsinn behelligen, der mich nicht interessiert.
Und dann muss Deine Mama lächeln und so tun, als würde sie das alles ganz wahnsinnig interessant und toll finden.
Und dabei findet sie die Geschichten vom Zahnen oder Schlafen oder Essen vom kleinen Ole weder interessant noch toll.

Ich freue mich darüber, dass Du ein extrovertiertes, kleines Mädchen bist, dass keine Berührungsängste hat und sozial sehr aufgeschlossen ist.
… Aber ein kleines bisschen mehr „Fliege“ und ein kleines bisschen weniger „Schmeiss“ wäre auch echt ok, kleine Tiffy. 😉

Wie Du uns, wenn Du schon das Wort „IKEA“ hörst, sofort „EIS“ entgegenschmetterst. (Jaja, Mama mag das Softeis auch so gerne…!)
Wir sind jetzt dazu übergegangen, I-K-E-A zu buchstabieren, wenn wir nicht den ganzen Tag mit der Dauerplatte „EISEISEISEISEISEISEISEIS“ beschallt werden wollen.
Wenn wir dann da sind, erkennst Du allerspätestens schon auf dem Parkplatz, dass das die Bude mit der Softeismaschine ist und verfällst in einen Tranceähnlichen EIS-Zustand der durch Laute (EISEISEIS) sowie Visualisierungen (Schlecken am imaginären Eis) die nötige Dramatik verliehen wird.

– Nicht, dass hier ein falscher Eindruck erweckt wird und das Jugendamt morgen vor meiner Türe steht – wir gehen nicht täglich zu IKEA und füttern das Kind mit Eis ab.
2,5 x in ihrem Leben gab es bisher ein Kinder-Softeis, wobei die fehlende Hälfte zur 3 in der Teppichabteilung auf dem Fussboden zwischen den Modellen GÅSER und SKÅRUP zu finden ist.
Aber wenn es um Eis geht, hat sie das Gedächtnis eines Elefanten und die Augen eines Adlers; selbst das allerwinzigste Eiscafé Schild an Orten, die wir nie zuvor besucht haben, wird sofort als solches mit Fingerzeig enttarnt.
Auch aus dem fahrenden Auto heraus.

Ein paar Auszüge aus Deinem täglich wachsenden Wortschatz:

AN = an. (Licht.)
AUS = aus. (Licht)
MANN = Mann (Papa. Opa.)
DAUSS = raus, nach draussen
DSCHUUU= Schuh
KACKJA = Jacke
DUTE = Tüte
TETTA = Trecker
AMIMIMI = Ameise
HÄSSE = Häschen
SCHLISCH = Fisch
BIA = Bär
MJÜÜ = Müll
AMÄR = Eimer
NEUI = Neu
KUUUKI = Kuchen
MAMAME = Banane
AKA = Krake (aus Stoff, gewonnen bei Smarties)
MIMIMI’S = Smarties (Zack, Werbung hat astrein funktioniert!)
BUCH = Buch (gerne 5 Mal hintereinander aufgesagt um die Dringlichkeit zu unterstreichen, JETZT AUF DER STELLE ein Buch lesen zu müssen)
ÄNY = Handy
SCHOASCH = Wurst
BUPP = Brot
MACKO = Brötchen
MACKO KACKO (mein unangefochtener Favourit 😂) = Joghurt
APAITA = Arbeiten
AMÄHR = Rasenmäher
PUPPA = Puppe
APOPOPO = kaputt (im Sinne von: Defekt. In 99,9% der Fälle selbstverschuldet und direkt mit „Ich-weiss-nicht-wie-das-passieren-konnte“-Geste)
DUSCHI = Dusche
BUDDI = Buggy
DUAN = Turnen
HÜPPHÜPPHÜPP = Trampolin hüpfen
EUL = Öl (Braucht der Trecker in Deinem Buch ganz dringend neu)
ARM = Ich will auf den Arm
DUTE. MJÜÜ = Mülltüte (Dein erstes zusammengesetztes Wort. Entstanden, als Du vor dem Haus der Nachbarn einen gelben Sack hast hängen sehen)

Deine ersten Sätze:

BOOM. APOPO. AUA. MJÜÜ. = Papa hat einen Teller runtergeschmissen, der ist jetzt kaputt.
Die Scherben könnten uns verletzen, deswegen schmeissen wir sie in den Müll.

IHHHH TETTA = Der Trecker (in Deinem Buch) ist verschmutzt.

HÄSSE. BUBU. NASS. DUUUU. = Das Stoffhäschen, dass im Maxi Cosi liegt, schläft. Ich erinnere mich daran, dass es gestern noch nass war, weil Du es gewaschen hast.

Mäuschen, bleib immer so süß, so neugierig, so klug und so wissbegierig.

Mama liebt Dich genauso, wie Du bist – unendlich. ❤

32 + 2 ODER: Alles nur geträumt…

32 + 2 ODER: Alles nur geträumt…

Heute morgen bin ich heulend und schweissgebadet wachgeworden.
Jetzt geht’s anscheinend los mit der wilden Träumerei, mit den Ängsten, mit dem fiesen Unterbewusstsein.

Gestern Abend lag ich noch eine Zeit lang im Bett, habe meinen Bauch gestreichelt und mir dabei vor Augen gehalten, dass ich diesen kleinen Menschen in mir drin bald genauso lieben werde wie Tiffy und dass ich mir das jetzt noch gar nicht vorstellen kann.
Natürlich, ich liebe diesen kleinen Wirbelwind in mir drin, die mich tritt, die sich so wunderschön und friedlich im Ultraschall zeigt und deren Herz ich mit Tränen in den Augen klopfen höre.
Aber trotz der Tatsache, dass ich das alles schon mal erlebt habe und ich weiß, dass da in mir drin ein fertiges kleines Menschenkind ist, ist das alles irgendwie noch sehr abstrakt.
Das fand ich irgendwie komisch und befremdlich bis ich zu der Erkenntnis kam, dass bei Tiffy diese tiefen „Ich-sterbe-für-Dich“-Gefühle auch erst im Augenblick ihrer Geburt kamen.

Ich träumte heute Nacht wild und durcheinander.
Auf einmal war ich im Krankenhaus, alleine mit 2 Ärzten im OP, unser Babymädchen sollte „Hoppladihopp“ geholt werden – per Kaiserschnitt.
Wie und warum ich da hingekommen bin – keine Ahnung.
Herr Düse war nicht bei mir; ich lag mutterseelenallein in einem OP, der mich stark an den Keller im Haus meiner Eltern erinnerte.
Ich sah irgendwie „von oben“ wie sie meine alte Narbe aufschnitten und nervös wurden.
Dann erweiterten sie den Schnitt bis sie mich schlussendlich auch noch längs aufschnitten.
Dann kam einer der Ärzte zu mir und sagte: „Wir kriegen das Baby nicht raus! Wir nähen Sie jetzt wieder zu und können ansonsten nichts mehr für Sie tun!“
Ab diesem Zeitpunkt war ich alleine.

Ich kniete in einem Zimmer und gebar unser Babymädchen.
Alleine.
Sie war tot.
Ich war beinahe ohnmächtig vor (seelischem) Schmerz und konnte nicht aufhören zu weinen.
Irgendwann kam Herr Düse und weinte mit mir.
Wir saßen vor unserer toten Tochter und konnten nichts mehr fassen.
Ich habe immer wieder gesagt: „Das ist nicht wahr! Das ist nicht wahr! Das ist alles nur ein Traum!“ – um dann ominöserweise festzustellen, dass es kein Traum war.
Ich lag Herrn Düse weinend im Arm und sagte: „Jetzt müssen wir statt einer Wiege einen Sarg bestellen für unsere kleine Maus!“

– Ich schwöre bei Gott, ich habe schon viel Scheisse in meinem
Leben geträumt, aber solche REELLEN seelischen Schmerzen habe ich noch nie erlebt.
Mir hat es im Traum das Herz zerissen.
Und es war wirklich sowas von real.
Ich bin sogar zwischendurch aufgewacht, wieder eingeschlafen und habe diesen Traum weitergeträumt.

Als ich schlussendlich endlich aufwachen „durfte“ und diesem Gedanken-Gefängnis entfliehen konnte, lag ich im Bett und war unbeschreiblich erleichtert, als ich meinen Bauch fühlte und mein Babymädchen mir prompt mit einem beherzten Tritt antwortete.
Ich habe geweint, habe Tiffy fest in den Arm genommen und musste das erstmal verdauen.

Und nach diesem Traum wusste ich es zu 100000000000000%:

Ich werde Dich genau so lieben wie ich Tiffy liebe, mein Babymädchen.
Du wirst mein Herz genauso im Sturm erobern und ich werde ebenfalls ohne mit der Wimper zu zucken für Dich durchs Feuer gehen.
Liebes Babymädchen, ich liebe Dich!

… Und lieber Herr Traum-Bestellungs-Mann:
Hör auf mit so einem Scheiss, ja?
Sowas verkrafte ich ganz und gar nicht.
Schick mir lieber was von rosigen, gesunden Babymädchen.
Wenn es sein muss auch von Tierbabys oder Gummibärchen.
Aber sowas will ich nie wieder „durchmachen“.
Nie-nie wieder.

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Bild: Pixabay.com

26 + 2 ODER: Tiffy.

26 + 2 ODER: Tiffy.

In den letzten Wochen kommt es mir so vor, als würdest Du jeden Tag 1000 neue Dinge lernen.
Du gehst mit hellwachen und aufmerksamen Augen durchs Leben und es macht mich unendlich glücklich, dich beim Weltentdecken an die Hand zu nehmen und selber wieder die kleinen Dinge neu zu erkunden.
Ich kann nur jeden Tag aufs Neue darüber staunen, was Deine kleinen Fingerchen schon alles hinkriegen. Wie pfiffig Du bist.
Wie ausgebufft.
Wie kreativ.
Wie klug.
Und -natürlich- wie unfassbar süß.

Was Du schon alles kannst:

Du kannst Geld in den Schlitz deiner Spardose stecken (und hast dabei ganz locker nebenher deine Oma komplett ausgenommen)

Wenn Dir etwas nicht schmeckt, machst Du „Krrrrrrr“. (Gefolgt vom langsamen Ausspucken und Sezieren des betreffenden Nahrungsmittels…)

Du putzt Dir liebend gerne Deine Nase.
Und verbrauchst pro Vorgang im Schnitt 1 Packung Taschentücher.
Du kommentierst den Vorgang sehr gerne mit „Iiiiiiih!“

Wenn Du Dein Nasenspray in die Finger bekommst, versuchst Du, es Dir in die Nase zu stecken und schnaubst dabei.

Neuerdings küsst Du Dich gerne selber mit den Worten „AUA-AUA!“ auf blaue Flecken, Kratzer und andere Verletzungen.
Weil Mama immer das Aua wegküsst.

Du sagst so unglaublich süß „Puppediii“ – Kein Mensch weiss, was es bedeutet, aber wir haben noch nie in unserem Leben etwas niedlicheres gehört.
Das merkst Du ganz genau und sagst dann gerne, wenn wir sauer sind, mit Deiner allersüßesten Kleine-Mädchen Stimme und herzerwärmendem Augenaufschlag an uns geschmiegt: „Puppediii“.

Du möchtest immer genau das essen, was wir auch essen.
Und nichts anderes.
Ausser Laugenstangen.
Da machst Du eine Ausnahme.
Die gehen immer.

Dein Brot magst Du am Liebsten belegt mit Knoblauchcreme, darauf eine Scheibe Mortadella und obendrauf Käse.
Du bist wirklich das allergrößte Essensferkel auf der ganzen Welt. Und hast mit 18 Monaten schon eine Knoblauchfahne.

Du kommst jetzt an die Lichtschalter.
Allerdings nur zum Anschalten.
Bis Du den Kippschalter auch oben „Aus“ drücken kannst, fehlen Dir noch ein paar Zentimeter.
Bis dahin ist unsere Wohnung zu jeder Tages- und Nachtzeit hell erleuchtet.

Deine Baby Born Puppe macht sehr oft A-a.
Sehr, sehr oft.
Du kommst dann mit ihr angelaufen, sagst ganz aufgeregt 100 Mal „Bübü…A-a!“ und zeigst auf ihre Windel.
Wir müssen sie dann immer komplett ausziehen und die Windel öffnen, den Popo abwischen und sie wieder anziehen.
Putzigerweise riechst Du dann immer noch an ihren Füßchen – weil ich das immer beim Wickeln bei Dir mache. 😉
Aus Gründen der Einfachheit haben wir der Baby Born jetzt ein Kleidchen gekauft und kurzerhand beschlossen, bei ihr windelfrei zu praktizieren.
Bis jetzt ist auch noch kein Unglück passiert. 😜

Du stehst unheimlich auf das Martinshorn von Krankenwagen/Polizei.
Jedes Mal, wenn ein Einsatzfahrzeug mit Sirene bei uns vorbeifährt, hältst Du den Finger à la „Seit mal alle kurz ruhig“ in die Luft, grinst von einem Ohr zum anderen und sagst „Tatütataaaa“.

Du liebst Deine neue „Spiel-und Bewegungslieder“ CD, die Dir der Osterhase gebracht hat.
Jedes Mal, wenn wir Dein Zimmer betreten, müssen wir die CD anschalten.
Du tanzt mit wie ein Profi; bei „Aramsamsam“ gibt es auch 3 Zimmer entfernt kein Halten mehr und „Unser kleiner Bär“ und „das Lied über mich“ haben es Dir choreographisch schwer angetan. Ich bin jedes Mal aufs Neue überrascht, wie Du die Texte verstehst und umsetzt.
„Alle Leut“ zum krönenden Finale der 54:49 Minuten voller „Spaß und Bewegung“ ist ein Evergreen und wird von Dir ganz lässig nebenher pantomimisch begleitet.
Du bist in jeder Spielgruppe schon immer fasziniert vom Singen gewesen und nötigst die Leiterinnen teilweise richtig zum weitersingen.
Neulich mussten wir das Kleinkinderturnen mit 5 Minuten Verspätung beenden, weil Du wild mit den Händchen gestikulierend noch das Lied „Oben auf des Berges Spitze“ eingefordert hast.
Du liebst es zu singen.
Und Du liebst diese gottverdammte CD.
….
Uns schwant langsam, was wir… äh der Osterhase…da angerichtet haben.
Die Lieder verfolgen uns bis in den Schlaf – wir können sie mittlerweile alle auswendig mitsingen und haben schon klar unsere Lieblingslieder benannt. Ich ertappe meinen Mann sogar desöfteren dabei, wie er die „Maus im Weltall“ singt.
Wenn Du schon im Bett bist, wohlgemerkt.
Ich fürchte, das wird der Auftakt zu vielen, vielen Gesangs- und Tanzlastigen Jahren…

Deine neugelernten Wörter:

APP = Obst
AFFE = Affe 🙂
TOR = Ball
POPO = Popo
BUBU = Schlafen (wobei das äusserst sparsam verwendet wird. Also die Handlung. Nicht das Wort.)
HÄSSCHE = Häschen
Mü! = Müll
BUPP= Brust. Meine. Untermalung des Gesagten durch Drücken meiner Brustwarze.
APA = Oma
TATÜTATAAAA = Tatütata oder auch: Die perfekte Imitation eines Martinshornes.
JUU = Schuh
ÜPPF = Hüpf
TÜTE = Tüte
DÜSCH = Tisch
DUT = Gut
TÜSS = Tschüß

Und jetzt mach schön BUBU mein BÜBÜ… Ich liebe Dich. ❤

Deine Mama

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