36 Wochen Babymädchen

36 Wochen Babymädchen
17.3.2016-23.3.2016

„Ich weiss nicht, wer das sagte,
aber es gibt wirklich Orte im Herzen,
die man erst kennenlernt,
wenn man Kinder hat.“

Schönster Abend der Woche:

Freitag.
Papa geht einkaufen, während ich euch beide ins Bett bringe.
Tiffy schlummert gerade ganz gemütlich an meiner rechten Schulter ein, da kommt von links ein BÖÖÖÖLP und mir wird ganz warm um Herz und Cardigan.
Ein riesiger Strahl anverdautes Obstmus kommt aus deinem kleinen Körper geschossen.
Du schnappst nach Luft – ich nehme Dich schnell hoch und klopfe Dir auf den Rücken.
Dabei erbrichst Du erneut – quer über meine gesamte Betthälfte.
Tiffy wird wieder wach.
Ich drücke Dich fest an mich, um Dich zu beruhigen.
Ich mache das Licht an und sehe mir das komplette Ausmaß der Katastrophe an.
Das Beistellbett, mein Bett, ich, Du, das Bettzeug, alles ist vollgek….
Chapeau für diese unfassbare Zielgenauigkeit.
Du liegst mittlerweile auf dem Fussboden und lachst.
Tiffy steht vorsichtshalber mit auf und wiederholt mantramäßig: „Das Babymädchen hat gespuckt! Ganz doll! Mama muss alles waschen!“
Herr Düse betritt die Wohnung, als ich gerade dabei bin, die Oberbetten abzuziehen.
Dir geht es aber wieder bombig.
Klassischer Fall von Überfressen.

Was Du alles Neues kannst:

SITZEN!!
Du sitzt!
Meine Maus sitzt!
Ich bin so stolz!
Eines Nachmittags hast Du Dich aus dem Vierfüsslerstand einfach nach hinten geschoben und Dich hingesetzt.
Beim anschliessenden Applaus hast Du (immernoch 2-bezahnt) in die Runde gelacht und seitdem sitzt Du.
Bombenfest.

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Dein neues Lieblingsspiel:

„Wir-sortieren-Dinge-in-die-Dusche“
Hier im Bild:
Schnuller und Minnie Maus Schüsselchen.

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Geschwisterliebe:

Unterhaltung mit Tiffy.
Ich: „Hast Du Mama lieb?“
Tiffy: „Jaaaa!“
Ich: „Hast Du das Babymädchen lieb?“
Tiffy: „Nee. Ich hab Tim lieber!“

Dein größter „natürlicher“ Feind:

Der Staubsauger.
Uiuiuiui.
Da manifestiert sich ein handfestes Staubsauger Muschitum.
Sobald er an ist, wird herzhereissend geweint – man merkt richtig, dass Du Angst hast.
Meine knifflige Herausforderung ist es nun, ein Gleichgewicht zwischen Krümel Alley und weinendem Babymädchen herzustellen.
Alles in mir schreit:
„Babymääääädchen…. ich werde nie wieder saugen. Hörst du? Nie, nie wieder!!“
Aber leider würde ich Dich dann der nicht unerheblichen Gefahr der Erstickung durch Tiffys Krümel-Auslegeware aussetzen.
Ich einige mich mit Dir im Stillen auf: Weniger und dafür schneller saugen 😉

Themenbereich „Rhythmus und Musik“:

Du tanzt.
Wie Flat Eric in der Horizontalen.
Sobald die Musik angeht (wobei Du völlig anspruchslos bist, was die Musikrichtung angeht) wippst Du mit und shakest Deinen Kopf  (Nicke mit dem Beat…) und lachst Dein unfassbar niedliches 2-Zahn-Lachen. 😍

Fortbewegung:

Du raupst Dich ebenso grazil wie anmutig langsam aber sicher vorwärts.
Wenn Du kurz vor dem Ziel bist, schmeisst Du Dich mit einem beherzten Hechtsprung auf das Objekt der Begierde.
Bald, kleine Raupe, bald fliegst Du wie ein wunderschöner Schmetterling 🐛

Deine Größe:

74cm

Dein Gewicht:

Die Personenwaage, mit der ich mich diese Woche mit Dir auf dem Arm gewogen habe, sagt 9,6 Kilo.
(Natürlich für uns beide, ist klar 😉)
Hä?
Die Babywaage letzte Woche erzählte was von 7770g.
Ich fühle mich damit sehr in meiner Theorie bestätigt, dass die Waagen in unserem Haushalt nichts als Lügen verbreiten.

Deine Windeln:

Pampers Baby dry Größe 4

Mamas Facts:

Mamas Körper:

Kategorie: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

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Mein Dekolleté.
Du kneifst.

Mamas Gewicht:

-500g
(Noch 1,1 kg bis zum Pre-Schwangerschaftsgewicht)

19 Wochen Babymädchen

19 Wochen Babymädchen

(19.11.2015-25.11.2015)

[..] ich halte dich fest
damit du wieder schlafen kannst … [..]
Tim Bendzko

Was wir erlebt haben:

– Einen Ausflug in den Musterhauspark, um uns nochmal ein paar Feinheiten bezüglich unseres Hauses anzuschauen.
(Mit anschließendem „Ich-will-jetzt-gar-nicht-mehr-bauen-ich-kann-mich-nicht-entscheiden!“- Zusammenbruch seitens Deiner Mutter.)
Du warst bei Papa in der Frl. Hübsch im Träumeland und Dir ist dadurch glücklicherweise einiges erspart geblieben.
(Unter anderem auch der Wutanfall Deiner Schwester, der mit den Worten“LIEGEN BLEIBEN!“ in der Badewanne eines Musterhauses endete…)
– Die üblichen Evergreens: Spielgruppe und Turnen

Dein Trinkverhalten:

Hab ich eigentlich schon mal gesagt, wie unfassbar süß ich es finde, wenn Du trinkst und dabei Deine Augenbrauen in völligem Frieden und mit Hingabe so niedlich hochziehst?
Nein?
Du ziehst beim Trinken Deine Augenbrauen in völligem Frieden und mit Hingabe so niedlich hoch.
Ich liebe es ❤️

Dein Schlafverhalten:

Tagsüber nach wie vor total unproblematisch.
Ich erkenne sofort, wann du Müde wirst, was auch meist zuverlässig nach etwa 2-2,5 Stunden der Fall ist.
Du reibst Deine Füsse dann aneinander – DAS Zeichen für mich, dich schnellstmöglich ins Bett zu verfrachten.
Tagsüber schläfst Du überall… In der Wiege, dem Kinderwagen, dem Maxi Cosi, der Fräulein Hübsch, auf dem Arm oder dem Laufstall.
Meist wachst Du allerdings konsequent nach 30-40 Minuten wieder auf, bist aber dann gut gelaunt.
Mittags, wenn wir zu 3. unseren Mittagsschlaf abhalten (was ich glücklicherweise in den meisten Fällen gut getimed bekomme) schläfst Du aber dann -in meinen Arm gekuschelt- länger.

Nachts haben wir jetzt das Pucken für uns entdeckt. (Und das nicht nur wegen der WAHNSINNIG KUSCHELIGEN neuen Tücher, die ich letzte Woche gekauft habe 😂🙈)
Du schläfst gepuckt wesentlich ruhiger und länger am Stück.
– Und das von einer, die „ihr Kind niemals pucken würde“… Jaja… Ich habs ja kapiert… Niemals nie und so…

Was Du alles Neues kannst:

Du hast Deine Füße entdeckt.
Wenn Du auf dem Wickeltisch liegst, werden die Dinger da unten an Deinen Beinchen ganz genau inspiziert und abgetastet.
Manchmal kugelst Du dann dank Schwerpunktverlagerung auch wie eine Bowlingkugel umher.
Dein angestrengter Gesichtsausdruck dabei = Gold wert ❤️

Dein Gewicht:

Muddi hat echt vergessen zu wiegen😳

Deine Größe:

67 cm

Deine Kleidergröße:

68

Windeln:

Pampers New Baby Größe 3

Dein neuer Spitzname:

Das Brett.
Beim Wickeln machst Du Dich teilweise ganz steif, so dass man Deinen gesamten Unterkörper wie ein Brett an den Füssen anheben kann.
Warum tust Du das?
Sollte ich das auch mal ausprobieren?
So lange das Mysterium rund ums „steif machen“ nicht abschließend geklärt ist, bleibst Du einfach unser Brett.

Lieblingsspielzeug:

Der Fisher-Price Dschungel kommt gerade GANZ steil aus der Kurve.
Du beschäftigst Dich ausgiebig mit all den herabhängenden Tierchen und Rasseln und inspizierst alles ganz genau.
Dabei gluckst Du dann ganz vergnügt und brabbelst vor Dich hin und strampelst und turnst…
Nur die Musik – die hasst Du wie die Pest.
Mama übrigens auch.
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Produkt der Woche:

Es kam mal wieder ein Päckchen vom HIPP Babyclub!
Offensichtlich möchten die auch, dass Du gerne jetzt schon mit Beikost beginnst, wenn ich mir den Inhalt mal genau anschaue… 😉
Inhalt:
– 1 Gläschen „Reine weiße Karotte“
– HIPP Löffel
1 Einstecker „Post für Mama und Papa“ mit:
– 1 Probe HIPP Fenchel-Tee
– 1 Probe HIPP Bio Combiotik 2er Folgemilch (ich frage mich immer: WER gibt 2er Milch???)
– Gutscheinheft von Partnerunternehmen
– Couponheft HIPP Produkte bei Edeka
– Infobroschüren Beikost/Ernährung
– Gutschein HIPP Babysparbuch mit 20€ Startguthaben
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Mama Facts:

Mamas Gefühlswelt:

Manchmal schiessen mir die abstrusesten Gedanken durch den Kopf.
Wenn ich beispielsweise an einer Treppe stehe, habe ich auf einmal furchtbare Angst davor, dass Du mir aus dem Arm und herunterfallen könntest.
Panische Angst.
Dann drücke ich Dich ganz fest an mich, küsse Deinen kleinen Kopf und sauge deinen einzigartigen Geruch auf und schicke die Angst ganz weit weg.

Mamas Körper:

MEINE. HAARE.
Shit the wall on, das hört nicht auf.
Mittlerweile fungieren meine Haare, bzw. deren Verlust, zusätzlich als Nebenakteur auf ganz anderen Schauplätzen.
Zum Beispiel unserer Dusche.
Da fliesst nämlich mittlerweile das Wasser nicht mehr ab.

Mamas Gewicht:

+/- 0
Sehr gut. Weitermachen.
(Noch 1,8 Kg bis zum pre-Schwangerschaftsgewicht)

#Mein Brief an mich – Der lange Weg vom Kinderwunsch

#Mein Brief an mich – Der lange Weg vom Kinderwunsch

Liebe Düse,

hier schreibt Dir die Zukunftsdüse aus dem Jahr 2015, die gerade auf der Rücksitzbank eures Familienkombis eingequetscht zwischen einem Kindersitz und einem Maxi Cosi sitzt und Dir diese Zeilen in ihr Smartphone tippt.

Liebe Düse aus dem Jahre 2012:
Es tut mir unendlich Leid, dich auf deinem Bett liegen und bitterlich weinen zu sehen.
Es war ein Scheissjahr.
Du darfst weinen.
1 Jahr Kinderwunschbehandlung liegt hinter Dir.
1 Jahr erfolglose Kinderwunschbehandlung.
1000-de Spritzen, die Du Dir trotz Nadelphobie in den Bauch gerammt hast, unzählige Untersuchungen, die alle immer nur noch größere Baustellen eurer Körper offenbart haben; mehrere tausend Euro, die ihr dafür bezahlt habt.
Und trotzdem war all das nichts im Vergleich zu der seelischen Belastung.
Das Hoffen und Bangen.
Den Hass auf den eigenen Körper, der sich so querstellt.
Das Vertrauen in die Natur, das man komplett verloren hat.
Das Zweifeln an sich selber.
Die Angst, niemals ein Kind im Arm zu halten; nie das Wort „Mama“ aus einem kleinen Mund zu hören.
Die Stiche im Herzen, wenn schon wieder jemand aus Deinem Bekanntenkreis schwanger geworden ist, einfach so.
Diese gottverdammten Schwangerschaftstest, die immer und immer wieder nur einen Strich anzeigen.

Liebe Düse, ich erinnere mich genau, wie du zusammengerollt auf Deinem
Bett gelegen, aus dem Fenster geschaut und mit der Seele, die dort oben noch unterwegs war, geredet hast.
Du hast ihr erzählt, dass ihr auf sie wartet.
Das sie noch erledigen soll, was sie zu erledigen hat, bevor sie zu euch kommt.
Du hast ihr erzählt, dass Du sie jetzt schon unendlich liebst.

Du wolltest Deinen Worten so gerne selber glauben.

Wenn Du doch nur hören könntest, was ich Dir zu sagen habe, liebe Düse.
Es würde Deine Tränen sofort trocknen.
Dass der nächste Zyklus, die ICSI, erfolgreich sein wird.
Dass die Seele zu euch kommen wird.
Ein kleines Mädchen.
Dass Du bei ihrer Geburt von einer auf die andere Sekunde unsterblich in sie verliebt sein wirst und du auf der Stelle für sie sterben würdest.
Dass Du wochenlang vor Freude und Dankbarkeit weinen wirst.
Und dass Du, nur 13 Monate nach der Geburt, erneut einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen halten wirst.
Dass diese Schwangerschaft spontan und ohne Behandlung entstanden ist.
Dass Du Deinem Körper wieder vertrauen wirst.
Dass er Dir eine zweite, wunderbare Tochter schenken wird.
Das Du wieder an Wunder glauben wirst.

Die dunkelste Stunde ist die vor dem Sonnenaufgang, liebe Düse.
Lass Dich in den Arm nehmen.
Wein Dich aus, lass alles raus.

Eines Tages, in der Zukunft, wirst Du auf der Rücksitzbank eures Familienkombis eingequetscht zwischen einem Kindersitz und einem Maxi Cosi sitzen und Deine beiden Töchter beim Schlafen beobachten.
Du wirst Dir eine Träne aus dem Auge wischen, weil Du unglaublich dankbar für genau DAS HIER bist.
Und dann wirst Du verstehen.
Es musste alles genau so sein, damit heute alles ist, wie es ist.

Die Seelen haben ihren Weg gefunden.

Diesen Beitrag habe ich als Beitrag zur Blogparade Mein Brief an mich vom hebammenblog.de geschrieben.
Die Idee dahinter finde ich grandios und ich werde mir ab jetzt wohl öfter mal einen Brief schreiben, denn es gibt noch einiges, was ich mir gerne sagen würde… 😊

Stufen (Hermann Hesse)

Stufen (Hermann Hesse)

Ich bin über diesen Klassiker gestolpert und fand ihn irgendwie sehr passend.
Lese ihn momentan wieder und wieder. 😊

Stufen (Hermann Hesse)

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden …
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Bild: Pixabay.com

38 + 5 ODER: Exklusivzeit

38 + 5 ODER: Exklusivzeit

Bild: Pixabay.com

Mein geliebtes Tiffy-Mäuschen!

In den letzten Tagen habe ich mich immer häufiger gefragt, wie lange wir wohl noch unsere „Exklusivzeit“ miteinander verbringen werden.
Unsere exklusive „Mama und Tiffy Zeit“, die es jetzt seit nunmehr 21 Monaten gibt.
Die Uhr läuft unermüdlich weiter…

Vor 21 Monaten hast Du mein Leben auf den Kopf gestellt.
Bist mit dem Popo voran hineingerutscht und seitdem ist nichts mehr so, wie es einmal war.
Du hast mich verändert.
Du hast mich zur Mama gemacht.
Du hast Papa zum Papa gemacht.
Du hast uns zu einer Familie gemacht.

Mit Dir haben wir das erste Mal das Wunder einer Schwangerschaft erlebt, jeden einzelnen Tag Deiner Entwicklung verfolgt, die zarten Tritte aus einer scheinbar anderen Welt gespürt.

Mit Dir haben wir das Wunder der Geburt zum ersten Mal erlebt; haben am eigenen Körper gespürt wie es ist, sich von einer Sekunde auf die andere unsterblich zu verlieben.

Durch Dich haben wir Erfurcht und Respekt vor dem Leben ganz neu kennengelernt.

Durch dich haben wir gelernt wie es sich anfühlt, vor Erschöpfung im Stehen einzuschlafen und am Ende seiner Kräfte zu sein.

Du hast uns gezeigt was es heisst, bedingungslos zu lieben und wie es ist, vor Glück zu weinen.

Wir haben durch Dich gelernt, dass alles, was wir uns im Vorfeld vorgenommen haben oder für „falsch“ oder „richtig“ angesehen haben, plötzlich keine Wertigkeit mehr hat, wenn es Dir damit nicht gut geht.

Du hast uns in diese neue, andere Welt geführt, von der wir vorher nichtmal wussten, dass sie existiert.

Du wirst immer diejenige bleiben, mit der wir diese vielen ersten Male zum ersten Mal erleben durften.

Es ist momentan noch unvorstellbar für mich, dass ich meine Liebe zu Dir bald schon teilen werde.
Dass ich ein zweites kleines Babymädchen genauso lieben werde, wie ich Dich liebe.

Und, meine geliebte Tiffy, Mama verrät Dir ein Geheimnis:
Mama hat Angst.
Angst davor, dass sie das Babymädchen erst gar nicht so lieben kann, wie sie Dich liebt.
Angst, dass Du untergehst.
Angst, dass das Babymädchen untergeht.
Angst, dass Mama und Papa untergehen.

In Mamas fulminantesten Alpträumen stehst Du mit gesenktem Kopf abseits am Wegesrand und bist traurig.
Groß bist Du geworden.
Und Mama bekommt davon nichts mit, weil sie zu sehr mit dem Babymädchen beschäftigt ist und bei dem Versuch, es irgendwie allen Recht zu machen, scheitert.

Mein geliebtes Mäuschen:
Du bist wirklich und wahrhaftig groß geworden.
Aber niemals würde Deine Mama auch nur einen einzigen Tag verstreichen lassen, ohne dankbar zu sein, dass es Dich gibt.

Kein einziger Tag wird je vergehen, an dem ich nicht vor Glück zerplatze, wenn ich in Deine kleinen Augen blicke.

Kein einziger Tag, an dem ich Dir nicht mindestens 10 Mal sage, dass ich Dich liebe und dass Du wunderhübsch bist.

Kein einziger Tag, an dem ich Dich nicht unendlich liebe.

Kein einziger Tag.

Ich wünsche mir, dass es Dir gut tun wird, große Schwester zu werden.
Dass Du genauso verrückt nach unserem Babymädchen sein wirst, wie Du es jetzt bei fremden Babys schon bist.
Dass Du, obwohl Du noch so klein bist, verstehst, dass Mama Dich nienieniemals weniger lieben wird, nur weil auf einmal ein Baby da ist.
Dass Du niemals weinen musst, weil Du nicht mehr die Einzige sein wirst und all die Aufmerksamkeit, die Du von allen bekommst, künftig teilen musst.

Meine geliebte Tiffy:
Schon bald beginnt eine neue, exklusive Zeit.
Die von Mama, Papa, Tiffy und dem Babymädchen.

Ich liebe Dich.
Deine Mama ❤

32 + 2 ODER: Alles nur geträumt…

32 + 2 ODER: Alles nur geträumt…

Heute morgen bin ich heulend und schweissgebadet wachgeworden.
Jetzt geht’s anscheinend los mit der wilden Träumerei, mit den Ängsten, mit dem fiesen Unterbewusstsein.

Gestern Abend lag ich noch eine Zeit lang im Bett, habe meinen Bauch gestreichelt und mir dabei vor Augen gehalten, dass ich diesen kleinen Menschen in mir drin bald genauso lieben werde wie Tiffy und dass ich mir das jetzt noch gar nicht vorstellen kann.
Natürlich, ich liebe diesen kleinen Wirbelwind in mir drin, die mich tritt, die sich so wunderschön und friedlich im Ultraschall zeigt und deren Herz ich mit Tränen in den Augen klopfen höre.
Aber trotz der Tatsache, dass ich das alles schon mal erlebt habe und ich weiß, dass da in mir drin ein fertiges kleines Menschenkind ist, ist das alles irgendwie noch sehr abstrakt.
Das fand ich irgendwie komisch und befremdlich bis ich zu der Erkenntnis kam, dass bei Tiffy diese tiefen „Ich-sterbe-für-Dich“-Gefühle auch erst im Augenblick ihrer Geburt kamen.

Ich träumte heute Nacht wild und durcheinander.
Auf einmal war ich im Krankenhaus, alleine mit 2 Ärzten im OP, unser Babymädchen sollte „Hoppladihopp“ geholt werden – per Kaiserschnitt.
Wie und warum ich da hingekommen bin – keine Ahnung.
Herr Düse war nicht bei mir; ich lag mutterseelenallein in einem OP, der mich stark an den Keller im Haus meiner Eltern erinnerte.
Ich sah irgendwie „von oben“ wie sie meine alte Narbe aufschnitten und nervös wurden.
Dann erweiterten sie den Schnitt bis sie mich schlussendlich auch noch längs aufschnitten.
Dann kam einer der Ärzte zu mir und sagte: „Wir kriegen das Baby nicht raus! Wir nähen Sie jetzt wieder zu und können ansonsten nichts mehr für Sie tun!“
Ab diesem Zeitpunkt war ich alleine.

Ich kniete in einem Zimmer und gebar unser Babymädchen.
Alleine.
Sie war tot.
Ich war beinahe ohnmächtig vor (seelischem) Schmerz und konnte nicht aufhören zu weinen.
Irgendwann kam Herr Düse und weinte mit mir.
Wir saßen vor unserer toten Tochter und konnten nichts mehr fassen.
Ich habe immer wieder gesagt: „Das ist nicht wahr! Das ist nicht wahr! Das ist alles nur ein Traum!“ – um dann ominöserweise festzustellen, dass es kein Traum war.
Ich lag Herrn Düse weinend im Arm und sagte: „Jetzt müssen wir statt einer Wiege einen Sarg bestellen für unsere kleine Maus!“

– Ich schwöre bei Gott, ich habe schon viel Scheisse in meinem
Leben geträumt, aber solche REELLEN seelischen Schmerzen habe ich noch nie erlebt.
Mir hat es im Traum das Herz zerissen.
Und es war wirklich sowas von real.
Ich bin sogar zwischendurch aufgewacht, wieder eingeschlafen und habe diesen Traum weitergeträumt.

Als ich schlussendlich endlich aufwachen „durfte“ und diesem Gedanken-Gefängnis entfliehen konnte, lag ich im Bett und war unbeschreiblich erleichtert, als ich meinen Bauch fühlte und mein Babymädchen mir prompt mit einem beherzten Tritt antwortete.
Ich habe geweint, habe Tiffy fest in den Arm genommen und musste das erstmal verdauen.

Und nach diesem Traum wusste ich es zu 100000000000000%:

Ich werde Dich genau so lieben wie ich Tiffy liebe, mein Babymädchen.
Du wirst mein Herz genauso im Sturm erobern und ich werde ebenfalls ohne mit der Wimper zu zucken für Dich durchs Feuer gehen.
Liebes Babymädchen, ich liebe Dich!

… Und lieber Herr Traum-Bestellungs-Mann:
Hör auf mit so einem Scheiss, ja?
Sowas verkrafte ich ganz und gar nicht.
Schick mir lieber was von rosigen, gesunden Babymädchen.
Wenn es sein muss auch von Tierbabys oder Gummibärchen.
Aber sowas will ich nie wieder „durchmachen“.
Nie-nie wieder.

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Bild: Pixabay.com

13 + 1 ODER: Wüstensand

13 + 1 ODER: Wüstensand

Gerade liegt Tiffy neben mir (quer) im Bett (sie beansprucht dabei ziemlich exakt eine komplette Betthälfte) und schleudert mir im Schlaf und mit ordentlich Schmackes ihren nackten Käsefuss ins Gesicht – der goldrichtige Zeitpunkt also, um kurz von meiner Vorsorge am Freitag zu berichten.

Trotz langanhaltender Verdauungsproblematik in Richtung „Sahara“ habe ich am Morgen des Termins dann direkt einen flotten Otto bekommen – solche Angst hatte ich.
In Gedanken habe ich mir die wildesten Dinge ausgemalt…
Wie der Doc auf den Monitor starrt und „Oh“ sagt.
Wie der Doc auf den Monitor starrt und „Es tut mir Leid“ sagt.
Wie der Doc auf den Monitor starrt und gar nichts mehr sagt.
Wie ich auf den Monitor starre und da ist gar nichts mehr.
– Und das, obwohl ich in dieser Schwangerschaft ECHT LOCKER bin.
Vorsorgetag ist Ausnahmetag, da ist es dann dahin mit der Lockerheit.

Glücklicherweise hatte ich Herrn Düse mit dabei, der wie ein Mantra gebetsmühlenartug immer wieder: „Es ist alles gut, es ist alles gut, es ist alles gut…“ aufsagte.
Für jedes „Alles ist gut“ hatte ich zwar im Schnitt 4 Gegenargumente, warum GANZ BESTIMMT NICHT alles gut sein wird, aber der Gute hat Nerven wie Drahtseile und ist obendrein mit einem unsäglichen, fast schon widerlichen Optimismus gesegnet.
Ich weiß schon, warum ich ihn geheiratet habe. 😉

Nach einem lockeren Eingangspläuschchen mit meinem Doc schritten wir zur Tat…
Es stand ausserdem auch noch die Nackenfaltenmessung auf dem Programm.
Also schnell hinter dem Paravent meiner Klamotten entledigt und dann mit Freiluft-Unterstübchen zum Stuhl gehuscht.
Mein Doc lachte.
Äh… Hä?
„Also, Frau Düse… Für den Bauchultraschall brauchen Sie sich den Schlüpper aber nicht ausziehen…!“
LOL.
Muss mir doch einer sagen.
Da hätte ich mir den Eiertanz, den ich vollführen musste, um aus meiner Skinny Jeans zu kommen und nicht mitsamt des Paravents in den Raum zu kippen, auch sparen können.
Er gab mir ein Tuch. „Zum Abdecken“.
„Das ist nett,“ sagte ich. „Ich möchte nicht, dass mein Mann mich so sieht. Der kennt mich nur im Dunklen.“
Er lachte. „Ist das nicht normal? Ist bei mir auch immer so!“

Hach, ich liebe meinen Arzt. 😉

Dann wurde es Ernst.
Schon beim Schallkopf auflegen konnte ich als alter Ultraschallprofi sehen… Da ist nicht nix.
Puh, schonmal eine Horrorphantasie eliminiert.
Da ist richtig was gewachsen.
Das Baby lag ganz ruhig da und liess sich ganz brav vermessen, ohne sich auch nur einen Milimeter zu bewegen. (Kurzzeitige Panikattacke meinerseits; die erst abflachte, als ich das pochende Herzchen gesehen habe)
Die Nackenfalte ist mit 1,4 unauffällig; also werden wir keine weitere Diagnostik machen.
7,4 cm war unser Wunder schon vom Schädel bis zum Steiß.

Dann starrte der Doc angestrengt auf den Bildschirm und sagte… Nichts.
Ich fühlte mich wie im Horrorfilm.
Ich habs GENAU gewusst.
Jetzt sagt er mir bestimmt, dass unser Baby schwer krank ist, oder 5 Beine hat, oder, oder, oder….
Ich schloss die Augen.
Aber nichts von alledem passierte.
Er schallte munter weiter und versuchte angestrengt, einen Blick zwischen die Beine zu erhaschen.
Zur besseren Ansicht „durfte“ ich dann nochmal auf den Stuhl…
Ha! Als hätte ich es gewusst!
Er schallte und schallte und schallte und sagte: „Jaaa… Da KÖNNTE was zwischen den Beinen sein…!“
Das war der Zeitpunkt, wo unser Baby dann wach wurde und anfing zu turnen.
Tob Dich nur aus, Kind… Beim nächsten Termin sind wir schneller!

Also KÖNNTE es ein Junge sein.
Oder ein Mädchen mit der Nabelschnur zwischen den Beinen.
50:50 sag ich mal.
Eine wahnsinnig neue Erkenntnis. 😉

Gestern haben wir es dann unseren Freunden gesagt – und alle haben sich so doll für uns gefreut.
Ein wirklich, wirklich schönes Gefühl… Ich geniesse es.

… Und seit dem Termin bin ich auch wieder die relaxeste Schwangere, die es auf diesem Planeten je gegeben hat.

…Meine Verdauung geht damit auch d’accord.

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