31 + 2 ODER: Ich war so sauer.

31 + 2 ODER: Ich war so sauer.

Bild:pixabay.com

 

Gesendet am 19.05.2015 um 20:19 Uhr via Kontaktformular

Sehr geehrte Damen und Herren,

sehr gerne nutze ich die Gelegenheit, Ihnen heute meine Erfahrungen mit einem ihrer Märkte mitzuteilen.

Wir haben bereits eine 18-monatige alte Tochter und erwarten in wenigen Wochen unser 2. Kind.
Will heissen, wir haben bisher eine Menge Geld in ihrem Geschäft gelassen – unter anderem für einen Bugaboo Buffalo Kinderwagen, einem kompletten Kinderzimmer, einem Beistellbett, einem Maxi Cosi Pebble + Isofix Station, einem Römer Kindersitz, einem Quinny Xtra 2 Buggy und selbstverständlich all den kleinen Dingen wie Schnuller, Flaschen, Sterilisator, Bettwäschen, Babybadewanne, Heizstrahler, Windeleimer, Tragetuch + Manduca, Bekleidung, Kindersicherungen sowie massenhaft Spielzeug.
(Sie werden grob überschlagen haben, welchen Umsatz sie alleine bei Kind 1 mit uns gemacht haben und sich freuen, während mir gerade beim Selbigen kurzzeitig schummerig wird…)

Aufgrund Ihrer vorherrschenden Monopolstellung in unserer Region sind wir trotz einiger „unschöner“ Beratungen, die bereits in der ersten Schwangerschaft stattgefunden haben, weiterhin Kunden in Ihrem Geschäft, da wir die persönliche Beratung in jedem Falle dem Internetkauf vorziehen, obgleich wir dafür einen einfachen Anfahrtsweg von rund 40 Kilometern in Kauf nehmen und die Artikel durchweg über dem Preisniveau im Internet liegen.
Die entsprechenden Verkäufer, die uns damals mehr schlecht als Recht beraten haben (beispielsweise beim Maxi-Cosi Kauf auf meine Frage, ob man die Schale auch auf dem Vordersitz anbringen könnte, die Antwort zu erhalten: „Wenn Sie ihr Baby töten wollen, dann ja“ … – nur mal so als kleines Beispiel angeführt) haben wir seit diesem Zeitpunkt tunlichst gemieden.

Nun, wir hätten gerne auch für unser 2. Kind weiter bei Ihnen eingekauft, aber nach unserem Besuch am vergangenen Samstag, dem 16.5. steht für uns fest, dass dies definitiv der Letzte war.

Wir wollten eine Wiege für unser erwartetes Baby kaufen und uns ausserdem nach einem 2. Babyzimmer umschauen, da unsere 1. Tochter ja auch noch sehr klein ist.

Wir haben einer Ihrer Mitarbeiterinnen gezeigt, für welche Wiege wir uns entschieden hatten (übrigens die Teuerste im Sortiment) und sie besorgte uns daraufhin noch das passende Spannbettuch + Wiegenkissen.
(Nur um Ihnen an dieser Stelle zu Verdeutlichen, dass mir der Besuch Ihres Geschäftes bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei Mehrwert im Vergleich zum Online-Kauf gebracht hat. Eine wirkliche Beratung haben wir ja nicht erhalten)
Das war vermutlich auch besser so, denn Ihre Mitarbeiterin war so heiser, dass sie an dem Tag überall hingehört hätte, ausser in die Nähe von Babys und Schwangeren.
So viel Verantwortungsbewusstsein vom Mitarbeiter als auch von den entsprechenden Vorgesetzten darf man in der Regel voraussetzen.

Dies kommentierte sie während unserer „Beratung“ am Telefon mit einem/r Kollegen-/in auch mit „Was soll ich denn machen? Ich muss ja den ganzen Tag reden! […] Ach halt doch die Klappe!“

Wir bedankten uns freundlich für das Organisieren der Wiege und wollten unseren Einkauf dann gerne weiter fortsetzen und uns weiter umschauen.

Nachdem wir unseren „Kleinkram“ wie Flaschen, Schnuller, Textilerzeugnisse eingepackt hatten, widmeten wir uns noch den Kinderzimmern und schnell kristallisierte sich ein Zimmer heraus, das wir gerne für unsere Tochter gekauft hätten.
Während ich noch parallel „in dem Zimmer“ meinem Mann die Wiegenkissen aus unserem Einkaufswagen zeigte (er hat Probleme mit Allergien und wollte sich die Kissen bezüglich der Füllung gerne noch einmal ansehen), setzte er unsere Tochter auf das Bett (es war ein zum Juniorbett umgebautes Bett und ihre Füße waren auf der Leiter).

Sie müssen wissen, 1,5 jährige Kleinkinder sind nicht die Geduldigsten, wenn es ums Thema Einkaufen geht.
Ich bin, wie Eingangs erwähnt, im 8. Monat schwanger und sehe mich ausser Stande einem Kleinkind quer durch den Laden hinterherzurasen, wenn ich mir gerade ein Kinderzimmer für sie anschauen möchte bzw. mich mit meinem Mann über den Kauf eines 60€ Kissensets beratschlage.
Bisher war ich der Meinung, dass ein „Fachgeschäft für Baby- und Kleinkinder“ diesen Gedanken teilt.

Ihre Mitarbeiterin belehrte mich heute allerdings eines Besseren.
Sie kam vorbei und (anstatt erneut ihre Hilfe anzubieten) wurden wir im Vorbeigehen mit den Worten: „Das Kind aber mit den Schuhen runter vom Bett! Wir wollen das schliesslich noch verkaufen!“ regelrecht angepampt. – Ein „Danke“ kam aber wenigstens noch hinterher, so dass man nicht gänzlich an der verlorenen guten Kinderstube Zweifeln muss.
So schnell, wie sie allerdings wieder in den Regalen verschwunden war, hatten wir nicht einmal mehr die Zeit uns zu rechtfertigen oder unser Anliegen (nämlich dass wir durchaus Interesse an dem Zimmer hätten) vorzutragen.

Also

a) uns war bis dahin nicht bewusst, dass sie Ausstellungsstücke offensichtlich einfach so an Kunden verkaufen, wie Ihre Mitarbeiterin lauthals verkündete.

b) uns war ausserdem nicht bewusst, dass man die Betten, wenn man sie kaufen möchte, nicht einmal ausprobieren darf (übrigens in jedem x-beliebigen Möbelladen in jeder x-beliebigen Stadt dieser Welt möglich). Sehr schade, dass ihr Laden da eine Ausnahme zu sein scheint.

c) Seien sie unbesorgt, die Schuhe meiner Tochter waren genau 3 Tage alt und dementsprechend SAUBER.
Wir legen nämlich in unserer Familie durchaus Wert auf den korrekten und respektablen Umgang mit fremdem Eigentum.

Unseren Einkauf haben wir dann sehr zu unserem Bedauern bis auf die bereits bezahlte und ins Auto transportierte Wiege nicht mehr fortgeführt, weil wir selbstverständlich zu keiner Zeit erneut aus Versehen Ihre Umsätze mit anderen Kunden schmälern wollten.

Fazit unseres Besuchs:

– Wir hatten für die 80 Kilometer An- und Abfahrt zu Ihrem Geschäft geschätzte Kosten von ca. 24 Euro, wenn man 30 Cent/Kilometer zugrunde legt.

– Wir haben die Wiege gekauft, die online rund 30€ günstiger zu erwerben ist

– Wir haben keinerlei Beratung erhalten, diese wurde der Einfachkeit halber durch eine Ihrer Mitarbeiterinnen durch eine Kundenverärgerung ersetzt.

Die positive Bilanz für uns:

– Wir haben rund 150€ gespart, in dem wir die Sachen, die wir in unserem Einkaufswagen hatten, dann nicht mehr gekauft haben

– Wir werden die Strecke in ihr Geschäft künftig nicht mehr fahren müssen, da der online Kauf von Babyartikeln nun eindeutig lukrativ genug ist.
Keine Beratung bekomme ich online auch, der Preis ist zudem günstiger und überflüssige und unangebrachte Kommentare seitens der Shoppingsites haben wir auch nicht zu erwarten.

Wir bedauern dies sehr, da wir -wie Eingangs erwähnt- die persönliche Beratung dem anonymen Kauf im Internet vorziehen.
Leider scheint ihre Filiale die Zeichen der Zeit nicht erkannt zu haben und bringt das dementsprechend in ihrer geringen Wertschätzung ihrer Kunden zum Ausdruck.

Wir hoffen, Ihnen mit diesem Feedback weitergeholfen zu haben.
Uns bringt es zwar nicht den ruinierten Samstag Nachmittag zurück, aber unkommentiert wollten wir diese unschöne Begegnung nicht stehen lassen.

Viele Grüße,

xxx

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8 Gedanken zu „31 + 2 ODER: Ich war so sauer.

    • Ja, habe den gestern über das Kontaktformular, bei dem „Sie gerne Ihr Feedback zu Ihrem Einkauf hinterlassen können“ abgesendet.
      Bisher kam noch nichts, ich erwarte aber ehrlich gesagt auch nichts von denen.
      Ich für meinen Teil habe das aber gebraucht, um Dampf abzulassen, weil ich mich echt den ganzen Nachmittag über die Alte aufgeregt habe und mir das „fachkundige Personal“ dort schon ein paar Mal sauer aufgestossen ist. Dafür, dass man da so viel Geld lässt… 😤
      Ich weiss gar nicht mehr, wie der genaue Wortlaut mit dem Maxi Cosi damals war… Auf jeden Fall stand ich da, verunsichert, eh schon total ängstlich und habe mich gefühlt wie der letzte Volltrottel und schon im schwangeren Zustand als Rabenmutter.
      Die hat das so scheisse rübergebracht.
      Also ich weiss auch nicht, was die Mitarbeiter da für Schulungen zum Thema „Kundenberatungen“ bekommen.
      Müssen ganz komische sein.

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  1. Ich finde es super, dass du diesen Brief aufgesetzt hast. Firmen, die eine regelrechte Monopolstellung in der Umgebung haben, brauchen offensichtlich auch mal einen Dämpfer, wenn sich die Mitarbeiter nicht entsprechend verhalten. Deine Schilderungen erinnern mich an unseren Einkauf letzten Samstag – bei der gleichen Firmenkette übrigens. Wir mussten von unserem dort gekauften Kinderzimmer mehrere Sachen beanstanden. Das müssen wir nun direkt beim Hersteller machen, alle Formulare selbst ausfüllen etc. Bestellungen über tausende von Euros schreiben ist ihr Ding, Abkassieren erst recht. Aber wenn du dann mal wirklich ein Problem hast, dann stehste alleine da. 😦 Es ist jetzt für uns nicht dramatisch, Formulare selbst auszufüllen, aber unter dem Begriff „Kundenorientierung“ verstehe ich etwas Anderes. Ich bin gespannt, welche Reaktion auf dein Schreiben kommt. Halte uns auf dem Laufenden. 😉

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    • Waren wir zufällig in der gleichen Filiale, oder sind das überall solche Servicewunder? 😁😉
      Ich bin ja normalerweise jemand, der nicht viel aufhebens darüber macht, wenn mich etwas in einem Laden stört. Ich bin eher die Sorte Mensch, die dann leise ihre Konsequenz draus zieht und einfach nicht mehr dort einkauft.
      Aber ich habe mich so geärgert, das musste raus.

      Und da gebe ich Dir voll und ganz Recht – der Servicegedanke (nämlich, dass man solche Formulare, Korrespondenz mit dem Hersteller, Retouren etc. NICHT alleine abwickeln muss, sondern dass der Fachhändler für einen übernimmt) ist ja eigentlich der, warum man auch gerne mal ein paar Euro mehr bezahlt.
      (Deswegen bin ich auch Allianz versichert, hab mein Konto bei der Sparkasse und so weiter. 😜)

      Ich gebe auf jeden Fall Bescheid, ob die sich melden. Ich rechne aber (wenn überhaupt) mit einem Standard-Blabla.
      Ändern kann man mit so einer Beschwerde ja leider eh nichts, aber wenigstens die Wut loswerden. 😉

      Waren da denn viele Macken in eurem Kinderzimmer oder was war kaputt? 😔

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  2. Das erinnert mich an die unglaubliche Freundlichkeit in „unserem“ Babyone. Als wir noch ein paar (8 oder 10) Wochen zur Geburt hatten, waren wir erst umgezogen und wollten uns dann dort ein Kinderzimmer holen. Die Verkäuferin hat mich sowas von angepampt, dass sie hier kein Lager haben und alle Möbel eine Lieferzeit von 16 Wochen und da seien wir aber ganz klar zu spät dran. Und da hätte man mal vorher fragen müssen. Auch wenn ich noch in die nächstgrößere Stadt (mit Lager) hätte fahren können, bin ich lieber zum Möbelschweden gefahren und hab alles sofort eingepackt.
    Zur Beratung bzgl. Reboardern will ich mal gar kein Wort verlieren.

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    • Ohne Worte… Echt. 😑

      Und da wundert sich der Fachhandel noch, warum es ihm so schlecht geht.
      Und mit dem Finger wird auf das böse, böse Internet gezeigt.
      In meiner Welt müsste sich doch ERST recht ins Zeug gelegt werden, um genau diesen entscheiden Vorteil, der Beratungsleistung, möglichst gewinnbringend einzusetzen.
      Aber anscheinend (wenn ich das so von euch allen lese) sieht diese Kette das irgendwie anders.
      Scheint ja offensichtlich auch so zu funktionieren…

      Ja… Zur Reboarderberatung sagst Du was.
      Das war bei uns auch so ein Witz… Die haben das eher so als „neumodischen Krams, den kein Mensch braucht“ abgewunken…

      Und den Möbelschweden werden wir jetzt bezüglich eines Zimmers auch bemühen… Da sparen wir wahrscheinlich auch sogar noch wieder. 😉

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  3. Geil! Ich stehe auf solche Feedbackbögen und ich stehe auf Gerechtigkeit bzw. Dampf anlassen. Finde es super, dass du dir auch die Zeit genommen hast für so ein ausführliches Schreiben 👍 Dieser Branche dürfte es doch glänzend gehen und wer im Verkauf arbeitet, sollte auch eine gewisse Kundenorientierung leben, ansonsten ist er dort falsch besetzt! Bin gespannt, ob sich die Zentrale bei dir zurückmeldet 🍀

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    • 😉 Danke!
      Die haben auch ein Tablet an der Kasse stehen, wo man sein Feedback direkt eintipseln kann… Aber das wäre dann etwas zu ausführlich geworden fürchte ich. 😜

      Ja, ich sehe das auch so… Wenn ich im Verkauf arbeite, dann gehört mehr dazu, als nur durch die Gänge zu laufen und Kissen wieder gerade zu rücken und Bestellungen in den PC einzugeben.
      Ein gewisses Maß an Freundlichkeit und vor allem Fingerspitzengefühl kann man schon erwarten.
      Ich kenne das aus meinem Job ja auch… Manchmal möchte man am Liebsten schreiend seinen Kopf gegen die nächste Wand hauen und demjenigen vor Dir ganz üble Dinge sagen… Aber der kleine Unterschied macht eben der aus, dass man trotzdem lächelt. Wie war das doch?
      „Lächeln ist die eleganteste Art, seinen Gegnern die Zähne zu zeigen.“
      😉

      Und das war einfach unnötig von der Tante.
      Das hätte sie definitiv eleganter und vor allem Gewinnbringender lösen können. 😉

      Ich gebe auf jeden Fall Bescheid, ob und wie ich auch ein Feedback bekomme. 😉

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