15 + 1 ODER: Schweizer Wurstsalat

15 + 1 ODER: Schweizer Wurstsalat

Ich schleppe noch einen riesigen Haufen „Relikte“ aus meiner aktiven Fliegerzeit mit mir herum.
Das Flugzeug an-und-für-sich ist ja in puncto Presseerzeugnissen teilweise besser sortiert als der Bahnhofskiosk.
BUNTEGALAFREUNDINBRIGITTE… Es gibt alles. (Nur immer nicht genau DAS, was der Gast wünscht… aber dazu an anderer Stelle mehr. ;-))
Ich sag es euch, ich war niemals up-to-dater in Sachen Mode, Tratsch und Klatsch und Sauerkrautdiäten als zu dieser Zeit.
Das allerbeste waren aber die Rezepte.
Nach dem Flug habe ich mir (natürlich nur aus den gelesenen, übrig gebliebenen Exemplaren, die ansonsten in den Müll gewandert wären… ;-))  immer die Rezepte rausgerissen und zu Hause auf dem Stapel „Musst Du mal nachkochen/backen/mixen“ gelegt.
Da lagen sie dann.
Im Laufe der Jahre sind aus den paar wenigen Exemplaren ein paar mehr geworden (wir reden hierbei von Wäschekörben als neue Maßeinheit…) und in meiner Schwangerschaft mit Tiffy hatte ich mir ganz, ganz fest vorgenommen, diese Berge verschwinden zu lassen.

Reden wir nicht weiter darüber.

In den letzten 2 Wochen habe ich es tatsächlich angegangen und es geschafft, Licht in das Chaos zu bringen.
Ich habe geschnipselt, geklebt, gelocht und weggeschmissen.
Der (nennen wir ihn mal…) Haufen ausgerissener Seiten ist jetzt auf einen A4 Ordner sauber eingeklebter Rezepte zusammengeschrumpft.

Was bin ich stolz auf mich.
Jetzt wird natürlich fleissig ausprobiert und nachgekocht und gebacken.
Aus diesem Grund werde ich (neben den bereits bestehenden 3000) eine neue Kategorie eröffnen: Kochen.
Wann immer ich ein besonders gelungenes Rezept finde, werde ich das hier posten.

Wir starten mit dem Schweizer Wurstsalat, den ich am Wochenende zusammengewürfelt habe und der mich wirklich geschmacklich überrascht hat.
Ergibt eine riesige Portion (angegeben für 4 Personen) und schmeckt der Schwangeren am allerallerallerliebsten auf Toast mit Schmelzkäse 😉 – Herr Düse bevorzugt die Variante ohne Hormonzugabe mit einer warmen Laugenbrezel.

Zutaten:

400g Mortadella
150g Käsestreifen
5 Gewürzgurken
1 kleine Gemüsezwiebel (200g)
Salz
8EL Gurkenwasser (aus dem Gewürzgurkenglas)
4 EL Öl
2 EL Essig
1 TL (Dijon-)Senf
Pfeffer

Zubereitung:

Wurst und Käse in feine Streifen, Gurken in Scheiben schneiden.
Zwiebel abziehen, halbieren und in dünne Streifen schneiden.
Zwiebelringe in sprudelndes Salzwasser geben, aufkochen, in ein Sieb geben, kalt abspülen und gut abtropfen lassen.

Gurkenwasser, Öl, Essig, Senf, Pfeffer und etwas Salz mit einem Schneebesen zu einer Vinaigrette verrühren.

Die Vinaigrette über die vorbereiteten Zutaten geben und den Salat 30 Minuten durchziehen lassen.
Vor dem Servieren nochmals abschmecken.

13+5 ODER: Geht doch.

13+5 ODER: Geht doch.

Bild: pixabay.com

Schnauze von gestern immer noch gestrichen voll gehabt.

Alternativen gesucht.

Zum Telefon gegriffen.

In der hiesigen Uniklinik angerufen.

Nette Frau am Telefon gehabt.

Gesagt, dass ich gerne zwischen der 20-22. SSW zum Organultraschall kommen würde.

Um einen Termin an einem Freitag gebeten, damit mein Mann während der Untersuchung ein Auge auf unsere kleine Tochter haben kann.

Freundliche Antwort erhalten, dass das gar kein Problem ist und ich mir einen Termin aussuchen darf, weil ich so früh dran bin.

Termin am 13.3. um 10 Uhr bekommen.

Bedankt.

Nett verabschiedet.

Aufgelegt.

Geht doch.

13+4 ODER: Wenn Du denkst, Du denkst, dann denkst Du nur, Du denkst…

13+4 ODER: Wenn Du denkst, Du denkst, dann denkst Du nur, Du denkst…

Ich bin gerade sowas von wütend, das ist an Schwangerschaftshormonen schon vorbei, SO wütend bin ich.

Ich (die gut organisierte, perfekt vorbereitete, vorausschauend planende hyper-quadruppel-giga-mega-super-Mama) habe mir innerlich schon gefühlt 3000 Mal auf die Schulter geklopft für meinen Einfall, mich rechtzeitig um einen Termin zum Organultraschall zu kümmern, so dass wir den Termin AUF JEDEN FALL auf einen Freitag legen und somit der Düsenmann nebst Tiffy mitkommen kann.

Gerade haben wir es doch geschafft, dort anzurufen, der stolz grinsende, schwebende Kopf und ich.

Erster Dämpfer: „Also Freitags macht Frau Doktor die Untersuchung gar nicht. Nur Montags, Dienstags und Donnerstags.“

….
Hä?
Ok, muss ich nicht verstehen.
Die Praxis (eine Praxis, die ausschliesslich Ultraschalldiagnostik macht, by the way) ist also GEÖFFNET, es werden Untersuchungen durchgeführt, aber nicht DIESE Untersuchung?!
Weil…..?
Hinkt der Vergleich, dass mein VW Autohaus nur Montags, Dienstags und Donnerstags den Golf verkauft und in der restlichen Woche nur Passat?
Ich finde es sehr betreffend.
Verkäufer da, Auto da, aber warumauchimmer darf ich das Auto, dass da direkt vor meiner Nase steht, nicht kaufen.
Erst morgen wieder.

Egal, darüber habe ich mich nichtmal sonderlich aufgeregt.
Ich versuche mal, das Telefonat in etwa wiederzugeben.

Ich = D, wie in die sprachlose „D„üse
Helferin = N, wie in die „N„icht-Helferin

D: „Ok, das ist schlecht, mein Mann hat nur Freitags Homeoffice, so dass er mitkommen könnte, um unsere kleine Tochter zu beaufsichtigen, ich habe sonst niemanden zum Aufpassen!“

N: „Mmh… Ich sags Ihnen gleich, es wäre gut, wenn Sie ohne Kind kommen könnten.“

D: (lacht…. noch) „Ich habe aber leider niemanden für mein Kind.“

N: „Ich erzähle es Ihnen gerade mal… Es war gerade eine Familie da; wo der Vater mit seinem kleinen Kind mitgekommen ist, weil er auch was sehen wollte. Das Kind hat die ganze Zeit nur geweint und der Vater war auch enttäuscht, weil er ja gar nichts recht mitbekommen hat. Das ist eine hochkomplexe Untersuchung.“

D: (die die Untersuchung schon 2x mitgemacht hat und langsam sauer wird, jedoch immer noch freundlich ist) „Ja… Aber ich habe NIEMANDEN für mein Kind. Soll ich es draussen anbinden?“

N: „Können Sie ihr Kind denn nirgendwo abgeben?“ (Sie kommt langsam auf den richtigen Weg, die Gute)

D: „Nein. Ich habe niemanden hier.“ (Sehr monotones Gespräch. Gähn)

N: „Nicht mal eine Nachbarin oder so?“

D: (so langsam wird sie richtig sauer…..) „Nein. Wie gesagt… niemandem, dem ich mein Kind anvertrauen würde.“

N:Oh Gott sie Arme. Dann können Sie ja NIE weggehen? Mal Abends oder so?“

D: (Atmet einmal tief ein) „Nein. Aber dafür bin ich Mutter. Das macht mir nichts aus.“

N: „Oh je, sie Arme. Naja, dann machen wir Donnerstag Nachmittag und ihr Mann kann dann früher Feierabend machen um bei Ihrer Tochter zu sein?“

Eigentlich hätte ich an dem Punkt des Gespräches sagen müssen:
„Nein, vielen Dank. Ich möchte gerne, dass mein Mann und meine Tochter bei der Untersuchung anwesend sind, was bei Ihnen ja leider nicht erwünscht ist. Ausserdem möchte ich mir nicht von einer mir völlig unbekannten Person Vorschläge machen lassen, wo ich mein Kind anstatt dessen „zu parken“ habe, weil es den werten Herrschaften nicht genehm ist.
Das ich Nachbarn, Bekannte oder Freunde habe, weiss ich selber – ich bin zwar nur Kassenpatient, aber ganz so dumm bin ich dann doch nicht.
Aber wann und wie und wo ich mein Kind abgebe, dass lassen Sie mal schön meine Sorge sein.
Nur weil es Ihnen nicht passt, gebe ich bestimmt nicht das Wertvollste ab, was ich besitze. Es tut mir furchtbar leid für Sie, dass Sie anscheinend keine Kinder haben und diese Liebe nie erfahren durften.
Schönes Leben noch, Ciao mit v, sagen Sie Ihrer Chefin nen lieben Gruß, sie haben gerade eine Patientin verloren.“

Was sage ich natürlich??
„Alles klar, was soll ich mitbringen?“

….

Ich hatte den Hörer noch nicht ganz aufgelegt, da liefen schon die Tränen.
Nein, nein, nein.
Ich mag nicht mehr so behandelt werden!!
Aber irgendwie gibt es da diesen einen Schalter in den Tiefen meiner Gehirnwindungen, der sich immer erst umlegt, wenn die ganz große Show schon gelaufen ist.
Dann brilliere ich mit den schlagfertigsten Antworten, die Argumente kommen zack-zack-zack, stehen bombenfest und halten einer Guantanamo Befragung stand.
Wie gesagt, ausschliesslich zu spät und nur in meinem Kopf.
Leider wird die Welt es nie erfahren.

Ich bin ja eher der Typ für die Nachhaltigkeit.
Anstatt Miss „Sprung in der Schallplatte“ gehörig die Meinung zu sagen, werde ich mich nun nach einer Alternative unschauen und diese Praxis einfach nicht mehr betreten.

….Und wenn ich ganz gut drauf bin, schreibe ich noch eine schlechte Bewertung.
HA!

13 + 1 ODER: Wüstensand

13 + 1 ODER: Wüstensand

Gerade liegt Tiffy neben mir (quer) im Bett (sie beansprucht dabei ziemlich exakt eine komplette Betthälfte) und schleudert mir im Schlaf und mit ordentlich Schmackes ihren nackten Käsefuss ins Gesicht – der goldrichtige Zeitpunkt also, um kurz von meiner Vorsorge am Freitag zu berichten.

Trotz langanhaltender Verdauungsproblematik in Richtung „Sahara“ habe ich am Morgen des Termins dann direkt einen flotten Otto bekommen – solche Angst hatte ich.
In Gedanken habe ich mir die wildesten Dinge ausgemalt…
Wie der Doc auf den Monitor starrt und „Oh“ sagt.
Wie der Doc auf den Monitor starrt und „Es tut mir Leid“ sagt.
Wie der Doc auf den Monitor starrt und gar nichts mehr sagt.
Wie ich auf den Monitor starre und da ist gar nichts mehr.
– Und das, obwohl ich in dieser Schwangerschaft ECHT LOCKER bin.
Vorsorgetag ist Ausnahmetag, da ist es dann dahin mit der Lockerheit.

Glücklicherweise hatte ich Herrn Düse mit dabei, der wie ein Mantra gebetsmühlenartug immer wieder: „Es ist alles gut, es ist alles gut, es ist alles gut…“ aufsagte.
Für jedes „Alles ist gut“ hatte ich zwar im Schnitt 4 Gegenargumente, warum GANZ BESTIMMT NICHT alles gut sein wird, aber der Gute hat Nerven wie Drahtseile und ist obendrein mit einem unsäglichen, fast schon widerlichen Optimismus gesegnet.
Ich weiß schon, warum ich ihn geheiratet habe. 😉

Nach einem lockeren Eingangspläuschchen mit meinem Doc schritten wir zur Tat…
Es stand ausserdem auch noch die Nackenfaltenmessung auf dem Programm.
Also schnell hinter dem Paravent meiner Klamotten entledigt und dann mit Freiluft-Unterstübchen zum Stuhl gehuscht.
Mein Doc lachte.
Äh… Hä?
„Also, Frau Düse… Für den Bauchultraschall brauchen Sie sich den Schlüpper aber nicht ausziehen…!“
LOL.
Muss mir doch einer sagen.
Da hätte ich mir den Eiertanz, den ich vollführen musste, um aus meiner Skinny Jeans zu kommen und nicht mitsamt des Paravents in den Raum zu kippen, auch sparen können.
Er gab mir ein Tuch. „Zum Abdecken“.
„Das ist nett,“ sagte ich. „Ich möchte nicht, dass mein Mann mich so sieht. Der kennt mich nur im Dunklen.“
Er lachte. „Ist das nicht normal? Ist bei mir auch immer so!“

Hach, ich liebe meinen Arzt. 😉

Dann wurde es Ernst.
Schon beim Schallkopf auflegen konnte ich als alter Ultraschallprofi sehen… Da ist nicht nix.
Puh, schonmal eine Horrorphantasie eliminiert.
Da ist richtig was gewachsen.
Das Baby lag ganz ruhig da und liess sich ganz brav vermessen, ohne sich auch nur einen Milimeter zu bewegen. (Kurzzeitige Panikattacke meinerseits; die erst abflachte, als ich das pochende Herzchen gesehen habe)
Die Nackenfalte ist mit 1,4 unauffällig; also werden wir keine weitere Diagnostik machen.
7,4 cm war unser Wunder schon vom Schädel bis zum Steiß.

Dann starrte der Doc angestrengt auf den Bildschirm und sagte… Nichts.
Ich fühlte mich wie im Horrorfilm.
Ich habs GENAU gewusst.
Jetzt sagt er mir bestimmt, dass unser Baby schwer krank ist, oder 5 Beine hat, oder, oder, oder….
Ich schloss die Augen.
Aber nichts von alledem passierte.
Er schallte munter weiter und versuchte angestrengt, einen Blick zwischen die Beine zu erhaschen.
Zur besseren Ansicht „durfte“ ich dann nochmal auf den Stuhl…
Ha! Als hätte ich es gewusst!
Er schallte und schallte und schallte und sagte: „Jaaa… Da KÖNNTE was zwischen den Beinen sein…!“
Das war der Zeitpunkt, wo unser Baby dann wach wurde und anfing zu turnen.
Tob Dich nur aus, Kind… Beim nächsten Termin sind wir schneller!

Also KÖNNTE es ein Junge sein.
Oder ein Mädchen mit der Nabelschnur zwischen den Beinen.
50:50 sag ich mal.
Eine wahnsinnig neue Erkenntnis. 😉

Gestern haben wir es dann unseren Freunden gesagt – und alle haben sich so doll für uns gefreut.
Ein wirklich, wirklich schönes Gefühl… Ich geniesse es.

… Und seit dem Termin bin ich auch wieder die relaxeste Schwangere, die es auf diesem Planeten je gegeben hat.

…Meine Verdauung geht damit auch d’accord.

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12 + 2 ODER: Hänseline im Glück

12 + 2 ODER: Hänseline im Glück

Kennt das jemand?
Das Gefühl:
„Oha. So viel Glück wie ich momentan habe… Das kann nicht mit rechten Dingen zugehen. Wo kommt der Mann mit dem Hammer, wo isterwoisterwoister???“

Ich bisher nicht.

Aber wenn ja, würde es mich doch sehr beruhigen, ist es dann offensichtlich kein Indiz für fortgeschrittene Wahnvorstellungen meinerseits.

Alles fing mit dem Schwangerschaftstest an.
Ich kann es bis heute nicht glauben, dass ICH so eine „Wunder gibt es immer wieder!“ – Geschichte schreibe.
Ich bin nicht der Typ, der solche Geschichten selber schreibt.
Ich bin der Typ, der vor dem PC sitzt, solche Geschichten liest und sich denkt:
„Schön. Ich glaube nicht an Wunder und mir passieren sie auch nicht.“

Eigentlich reicht die Schwangerschaft ja schon dicke aus, um den Rest meines Lebens ein dickes, fettes PLUS auf der „Glücks-Sollseite“ zu haben. – Sollte man meinen.

Im Dezember nahm ich dann an ein paar Adventskalenderverlosungen teil.
Unter anderem bei einer lieben Bloggerkollegin (ich habe 0 Plan, wie ich ihren Blog hier verlinke… Irgendwann, vielleicht in ein paar Jährchen, wenn ich nicht im dunklen, eingepfercht zwischen Plüschtieren und Tiffy im Bett auf dem Smartphone diesen Blog schreibe, checke ich das vielleicht).
Dem super tollen Blog habe ich einen neuen Hochstuhl zu verdanken, yipee!
Perfekt für Würmchen Nummer 2. 🙂
Ich habe mich so darüber gefreut, ich kann es gar nicht in Worte fassen.
Ich gewinne sonst NIE.

Ausserdem habe ich bei dem Facebook Adventskalender eines Schnullerherstellers ein paar Schnuller gewonnen.
Ein paar Tage später dann ein Fotoshooting.
Mein Mann wollte mich dann doch mal in die Lottobude schicken, „bei dem Lauf, den Du gerade hast!“ – aber bescheiden wie ich nunmal bin, lasse ich das vorerst.

Aber heute wurde es dann richtig gruselig.
Ich bekam eine Email, dass ich im Adventskalender zwei Strampelsäcke gewonnen habe.
….
Ich frage mich allen Ernstes:
Was ist da los?

Und anstatt mich so richtig, richtig zu freuen und auf der Welle des Glückes zu reiten und allen Vorbeilaufenden fröhlich zuzuwinken mache ich mir: SORGEN.
Weil ich eben eher so der „mieses Karma“-Typ bin.
Weil ich, wenn es gerade richtigrichtig gut läuft, immer kurz darauf die volle Klatsche bekomme.

Und spätestens seit heute sitzt da ein kleines Männchen in meinem Kopf, das wie wild mit einem Stop-Schild wedelt und schreit:
„Fall nicht drauf rein!! Es ist nicht so, wie Du denkst! Dunkle Zeiten werden über dich hereinbrechen!!“

Und jetzt habe ich unendlich Schiss vor dem nächsten Ultraschall am Freitag.

Bitte, bitte, bitte, bitte reiss nicht ab, liebe Glückssträhne!
Wenn Du noch ein Weilchen bleibst, gibts auch Kaffee und Kuchen.

12 + 0 ODER: Prost Neujahr

12 + 0 ODER: Prost Neujahr

Liebes 2015,

4 Tage bist Du nun schon alt.
Begonnen hast Du mit einer schwangerschaftshormongeküssten Träne in meinem Auge um 00:00 Uhr.
Das Feuerwerk hat ungeahnte Emotionen in mir hervorgerufen.

Liebes 2015, eigentlich will ich noch gar nicht, dass Du schon passierst.
Dass Du da bist bedeutet wieder ein paar Falten mehr, noch weiter weg zu sein von den 20-ern und daraus resultierend von Knackpo und straffen Oberarmen (man darf es ja wohl träumen….!!!), es bedeutet wieder einige Flausen im Kopf gegen die Vernunft einzutauschen.
Du bedeutest Erfahrung.
Erfahrungen, die ich vielleicht, eigentlich noch gar nicht machen möchte.
Jetzt wo es doch gerade so schön ist.

Du nimmst mir auch mit jedem einzelnen Tag deines Jahres mein großes Baby.
Du wirst ihr beibringen richtig zu sprechen, zu trotzen, aufs Töpfchen zu gehen, ausdauernd zu laufen (ohne 30 Mal hinfallen beim Spazierengehen!) und du wirst ihr vermutlich zeigen, wie man sich im Supermarkt am effektvollsten theatralisch auf den Boden wirft.
Du machst sie zu einem großen Mädchen.

2015 – eigentlich wünsche ich mir, dass Du noch einen Moment wartest.
Einen klitzekleinen.
Und die Zeit für mich etwas anhältst. (Ausser die zahnlastigen Nächte, die kannst Du von mir aus haben…)

Liebes 2015, ich weiß, ich bin zu streng mit Dir.
Ich lege meine Hand auf die kleine, aber mittlerweile unübersehbare Wölbung und bin dankbar und voller Vorfreude.
Ich freue mich, dass Du mir dieses kleine Wunder bringen wirst.
Ich freue mich auf die nächsten Monate…
Mit den ersten zaghaften Tritten, dem Gefühl der unendlichen Nähe, der immer stärker werdenden Liebe.
Ich freue mich aufs Outing, auf das Babysachen-Shopping und natürlich nicht zu verachten dem unglaublichen Wachstum von Haaren, Nägeln und Brüsten.
Ich freue mich unendlich darauf, unserem Wunder das erste Mal in die Augen blicken zu dürfen.

Ich freue mich ausserdem, dass Tiffy mehr verstehen wird – dass sie mir sagen kann, was ihr fehlt, wenn ihr etwas fehlt.
Ich freue mich auf Spangen in den Haaren, ich freue mich darauf, keine Hipp Spaghettis mehr verfüttern zu müssen und ich freue mich darauf, mit ihr Hand in Hand ein Eis essen zu gehen.
Ich freue mich darauf, ihr Geschichten vorzulesen, die über „Wie macht die Kuuuuuuuuh??“ hinausgehen und ich freue mich, wenn sie dann endlichendlichendlich um 19:00 Uhr ins Bett geht und nach 2 Minuten friedlich alleine einschläft…
Bis um 08:30 Uhr am nächsten Morgen.
In aller Ruhe und ohne zwischendurch wach zu werden.
(Muhahahahaha… Just kidding. Wenn das JEMALS passieren sollte… ach, was rede ich… Darüber brauche ich mir nun wirklich keine Sorgen zu machen…!)

Liebes 2015, eigentlich freue ich mich ja sogar ein bisschen auf Dich.
Ein bisschen sehr.
Können wir einen Deal machen; nur wir 2?
Lass Dir manchmal, wenn es drauf ankommt ein bisschen mehr Zeit mit allem, ja?
Tiffy darf noch ein bisschen so klein bleiben, unser Wunder darf auch noch eine Weile unter meinem Herzen liegen und die Wochenenden mit Herrn Düse brauchen auch nicht so davonrennen.
Ok?

Über die Oberarme, die Schwangerschaftskilos und meine Wurzelbehandlung können wir gerne reden.
Die darfst Du haben.
Und jetzt komm her, Duuuuuu!
Ich hab doch schon so lange auf Dich gewartet.