17 + 3

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Ich bin einige Baustellen angegangen und sehr Stolz auf mich.
Heute Mittag hatte ich meinen ersten „Kennenlerntermin“ mit der Hebamme.
Das war soweit super, sie hat meine Daten aufgenommen und mir ein bisschen was über ihre Betreuung erzählt.
Zu einem Geburtsvorbereitungskurs habe ich mich auch gleich angemeldet.
Es gab die „Auswahl“ zwischen alleine, alleine + 2x Männerabend, komplett PärchenGVK und irgendwelchen Wochenendkursen.
Ratet was ich genommen habe?
Richtig.
Mitgehangen, mitgefangen.
Herr Düse macht das Ding komplett mit.
Wie habt ihr das mit euren Männern gehandhabt?

Ansonsten treffe ich mich jetzt alle 4-6 Wochen mit ihr um Sachen zu besprechen-das finde ich auch super!
Sie hat mir auch angeboten, später „wenn es über den Termin geht“ (was es natürlich NICHT tun wird… ) sie CTG schreiben und die Untersuchungen machen kann, damit ich nicht immer zu meinem Arzt ochsen muss-das sind nämlich 30 Minuten Autofahrt pro Weg.
Sie hat aber gleichzeitig gesagt, dass sie sich da nicht aufdrängen will, ich soll mich dann dazu entscheiden, wobei ich mich wohlfühle.
Das find ich klasse!

Mit meinem Handyprovider hab ich auch alles geregelt.
Bin mit Herrn Düse letzte Woche zusammen in den Shop gelatscht.
Oh Wunder-mein neues IPhone 5 war auf einmal da und konnte mir ausgehändigt werden.
Und ihr glaubt es nicht… Mein Vertrag ist gekündigt!!
Und zwar zum 18.05.2013!
Ich hätte beinahe geweint vor Freude.
Der Shoptyp rief in unserem Beisein bei der Hotline an und hat die angepöbelt, wo die denn meine „fristgerecht eingereichte“ Kündigung hinverschlampt hätten.
Ich dachte ich fall vom Stuhl bei solch einer dreisten Lüge.
Ich sachs euch, ich bin zu ehrlich für diese Welt.
Der Shoptyp hat sich ca. 13837337372892-Mal bei mir entschuldigt und mir ist noch mitten im Laden ein Felsbrocken vom Herzen gefallen.
Keine 4 Stunden später hatte ich einen Anruf von dem Provider auf meiner Mailbox, auf dem sie sich für alles entschuldigt haben, und mir nochmal meine fristgerechte Kündigung zu 2013 bestätigt haben.
Mädels, watt ne Äktschn.

Ansonsten bin ich dem Ebay-Wahn verfallen.
Ich hab so viele tolle Umstandssachen ersteigert, die mich jeden Tag aufs Neue glücklich machen und hab schon einen süßen Overall für den Winter für Fiffy/Tiffy hier liegen.
Außerdem warte ich noch auf ein Jäckchen und noch nen Overall.
Hach, härrlisch.
Wenn ich jetzt noch wüsste, welche Farben ich außer weiß noch so kaufen könnte… :
Nein, ich bin ja schon ruhig.
Noch 15 Tage bis zum nächsten US.

Dann haben wir am Dienstag einen ganzen furchtbaren Anruf aus den USA bekommen….
Jeannie ist tot.
Ich kann es immer noch nicht fassen…
Sie war der liebste Mensch, den ich in meinem ganzen Leben kennenlernen durfte.
Ich bin ja seit ich 2 Jahre alt bin, immer mit meinen Eltern in die USA geflogen.
(Eine Tradition, die wir bis heute fortgeführt haben….)
Wir sind immer in der gleichen Anlage, eine kleine, familiäre Apartmentmentanlage mit 9 Apartments, von einer älteren Dame geführt.
Die alte Dame ist uns allem sehr ans Herzen gewachsen, genauso wie ihre „Maid“.
Ihre Maid war Jeannie.
Jeannie war die gläubigste Christin, die ich jemals erlebt habe und hatte den schlimmsten Südstaaten-Akzent, den ich jemals gehört habe.
Jeannie gehörte einfach zu der Anlage, es war immer ein Gefühl wie nach Hause zu kommen.
Jeannie trug immer ein Fotoalbum mit Bildern von mir und meinen Brüdern mit sich umher.
Wir haben in den Urlauben lange zusammen gesessen und die ein oder andere Schachtel Flüppchen zusammen weggequarzt.
Jeannie hat sich, als ich 15 war, meinen Liebeskummer angehört, und letztes Jahr hat sie sich angehört, warum das mit dem Baby nicht klappen will bei uns.
Ich habe ihr Päckchen zum Geburtstag geschickt und ihr immer Schokolade und nen guten Tropfen aus Deutschland mitgebracht, wenn wir rüber geflogen sind.
Sie stand dafür in der Küche und hat uns „Sweet Potato Pies“ gebacken-nach einem Rezept aus ihrer Familie.
Wenn es akut wurde, haben wir auch schonmal „nebenbei“ ne Flasche Sekt geköpft, was sie als original schwarze Südstaatlerin zwar widerlich fand, aber getreu dem Motto: „Wenns schön macht…“‚ hat sie niemals geschwächelt.
Bei einem unserer Besuche vor 3 Jahren bekamen wir dann die Nachricht, dass Jeannie überstürzt abreisen musste.
In einen anderen Bundeesstaat.
Um ihre 93-jährige schwer demente und nahezu blinde Mutter zu pflegen.
Wir waren unendlich traurig.
Jeannie fehlte uns.
Im Jahr darauf haben wir ja drüben geheiratet.
Jeannie hat all ihr Geld gespart (was sie nie wirklich hatte…) um sich ein Busfahrticket nach Florida leisten zu können, um zu unserer Hochzeit zu kommen.
Die Reise hat 23 Stunden gedauert.
Ich habe geweint vor Glück-das war das schönste Hochzeitsgeschenk, dass ich bekommen konnte.
Für unsere Hochzeitsnacht hat sie uns extra die schönste Bettwäsche aufgezogen… Es waren einfach kleine Gesten, die sie zu etwas besonderem gemacht haben.
Jeannie hat sich nie wohlgefühlt in dem anderen Staat-sie hat und immer erzählt, dass sie so gerne wieder zurück nach Florida möchte,
Die andere Dame (der die Anlage gehört), vermisste sie auch schrecklich-die beiden waren ein über Jahrzehnte eingespieltes Team.

Letztes Jahr im Mai habe ich sie das letzte Mal gesehen.
Sie hatte ihren Familienbesuch in Florida extra so gelegt, dass sie kam, wenn wir auch da waren.
Ich habe geweint, als wir „Bye-Bye“ sagen mussten.
Sie auch.

Im Oktober, als wir das letzte Mal drüben waren, haben wir ein paar Mal telefoniert-sie hat sich entschuldigt, dass sie es nicht geschafft hat zu kommen.
Aber sie würde sich freuen, wenn wir es 2013 zu einer „Family-Reunion“ mit meiner kompletten Family schaffen würden.
Sie würde auch wieder Sweet Potato Pies backen und wir könnten ein großes BBQ machen.
Wir haben gelacht und uns schon riesig drauf gefreut.
Sie sagte noch: „If the Lord is willing….“
Daraufhin sagte ich nur: „Of course he is! We will definetly meet in 2013!“
Ihr übliches: „God bless you“ als Abschiedsgruß habe ich wie selbstverständlich hingenommen.

In 4 Wochen hätten wir uns wiedergesehen.
Zur Family Reunion.

Jetzt ist sie tot und wir werden sie nie wiedersehen.

Die Dame, der die Anlage gehört, hat bei allen einen Rundruf gemacht, um die traurige Botschaft zu verkünden.
Sie sagte uns, Jeannie hatte sich so sehr über meine Schwangerschaft gefreut und hatte sich so sehr drauf gefreut, mich schwanger zu sehen.
Sie ist wohl friedlich eingeschlafen.
Dienstag morgen hat ihre 93-jährige Mutter sie tot im Bett gefunden.
Alles weitere werde ich dann wohl in 4 Wochen erfahren.
Obwohl ich gar nicht weiß,ob ich dass so wirklich will.

Bei der großen Family-Reunion wird eine riesige Lücke sein.

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Bild: Pixabay.com

God bless you, Jeannie.

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