SchMIKAling – Herzensangelegenheit und Buchvorstellung

…Stell Dir vor Dein Kind ist in Deinen Armen gestorben und die Welt dreht sich weiter, als wäre nichts geschehen.

Es gibt Geschichten, die gehen Dir so Nahe, dass Du anschliessend nicht mehr dieselbe bist.
Sie berühren Dich auf eine Art und Weise, wie Du vorher nie berührt wurdest.
Sie verändern Dich.

Dies ist die Geschichte von Mika.
Seine Mama Ricarda hat sie für uns geschrieben.
Ich habe in einer Facebook Gruppe von Ricarda gelesen und bin so irgendwie auf ihrem Blog gelandet.
Ich habe angefangen zu lesen und konnte nicht mehr aufhören damit.
Eintrag für Eintrag.
Zeile um Zeile wurde ich fassungsloser.
Trauriger.
Wütender.
Dass das Schicksal so unfassbar grausam sein kann.
Ich konnte nicht aufhören zu weinen; habe Mika Abends in Gedanken mit in mein Bett genommen und bin morgens mit ihm aufgewacht.

Ich erzähle euch ein kleines bisschen von dem Buch, das Mikas Mama, Ricarda Wullenkord, für sich und für uns alle hier draussen verfasst hat.
Es trägt den Namen „SchMIKAlings Reise“ und ist 2016 bei BoD- Books on demand erschienen.

Auf 205 Seiten erzählt uns Ricarda von ihrem Sohn Mika.
Über die Schwangerschaft mit ihm, die Geburt, über sein leider viel zu kurzes Leben.

Im Alter von 4 Monaten wurde Mika, der bis dahin ein scheinbar gesundes, fröhliches, agiles kleines Baby war, ein extrem bösartiger Hirntumor diagnostiziert.
Eine Diagnose, die wohl allen Eltern den Boden unter den Füßen wegreissen würde.
Die kleine Familie hat dem Tumor den Kampf angesagt und alles getan, um Mikas junges Leben zu retten.
In einer emotionalen Berg- und Talfahrt haben die jungen Eltern gemeinsam mit vielen Spezialisten um das Leben von Mika gekämpft – um doch am Ende den wohl härtesten Kampf ihres Lebens verlieren zu müssen.

Entstanden ist das Buch aus ihren Blogeinträgen, die sie auf dem langen Weg der Verarbeitung verfasst hat.
Ricarda beschreibt Mikas Reise sehr gefühlvoll und emotional.
Man hat fast ein wenig das Gefühl, hinter ihr zu stehen und alle Geschehnisse über ihre Schulter hinweg mitzuerleben.

Als sie beschreibt, wie Mika in ihren Armen stirbt, kann man nicht anders, als fassungslos das Buch beiseite zu legen und mitzuweinen.

Ricarda beschreibt ohne Umschweife ihre Zeit „danach“ .
Wie lebt man weiter?
Weiter ohne Mika und doch mit ihm.
Sie schreibt von Zeichen, die Mika sendet.
Zeichen, die eine Gänsehaut bescheren, weil sie so greifbar sind, so real, so fassbar.

Mika Challenge

Eine weitere Rubrik in dem Buch ist die „Mika Challenge“.
Jeder Tag -und sei er noch so schwarz- hat irgendetwas Positives.
Diese positiven Momente notiert Ricarda Tag für Tag – 1 ganzes Jahr lang.
Die ersten 100 Tage findet ihr im Buch.

Als Leser habe ich mich über jedes positive Wort von ihr, mit ihr gefreut – denn obwohl man Ricarda nicht persönlich kennt, hat man doch das Gefühl sie schon ewig zu kennen.

Briefe an Mika

Desweiteren finden sich im letzten Drittel des Buches Briefe an den kleinen Mika.
Briefe von Menschen, die er mit seinen Schmetterlingsflügeln gestreift hat und mit seiner Geschichte tief berührt hat.
All diese Menschen hat Ricarda hier zu Wort kommen lassen.

Mika geht um die Welt

Grand Canyon, Sevilla, Paris, Barcelona, San Francisco…
Um nur ein paar Orte zu nennen, an denen Mika war.
Im Gepäck der Menschen, die er so sehr berührt hat.
Eine wundervolle Aktion wie ich finde.
In so vielen Teilen der Welt wurde an Mika gedacht.
In so vielen Teilen der Welt kann man den Flügelschlag eines kleinen Schmetterlings hören.

Das Buch schliesst ab mit medizinischen Fakten um den Tumor sowie einer Namensliste, die es eigentlich niemals geben sollte.
Auf der Liste stehen die Namen der Kinder, die wie Mika am ATRT gestorben sind.

Mein Fazit:

Ein sehr lesenswertes, ergreifendes Buch.
Auch wenn wir nichts tun können, um die Trauer der Familie zu mildern, so können wir Mikas Geschichte lesen und ihn dadurch unsterblich machen.

Wer das Buch lesen möchte, kann es unter anderem hier bestellen.
(ISBN 978-3-7412-5190-0)

80% des Verkaufserlös geht dem gemeinnützigen Verein SchMIKAling e.V. zugute.
Ricarda ist Gründungsmitglied dieses Vereins, der Familien mit schlimmen Schicksalen unterstüzt.
Sowohl finanziell als auch emotional steht der Verein den Familien zur Seite, die unter Umständen ähnliches erleben müssen.
Nähere Informationen zum Verein findet ihr bei Facebook und unter www.schmikaling.de


Heute habe einen Schmetterling gesehen.
Er hat sich eine Weile an unserer Hauswand ausgeruht.
Er war bunt und wunderschön.
Ich werde nie wieder einen Schmetterling sehen, ohne an Dich zu denken.
Mika. ❤

#12 von 12 – September 2016

Seitdem Tiffy in den Kindergarten geht und ich es somit schaffen muss, das Haus morgens um 08:30 Uhr im vorzeigbarem Zustand (inklusive 2er Kinder ebenfalls im vorzeigbarem Zustand) zu verlassen, gibt es morgens Coffee to go für mich.
Ohne Kaffee geht gar nicht. 

Auf dem Weg zum Auto leistet Tiffy Fluchthilfe. 😉 Sie hilft dem Babymädchen über die Stufe- zum Dank rennt diese dann erstmal weg.

Im Kindergarten gibt es wie jeden Tag ein Meer von Tränen.
Ich stehe heute schon wieder kurz davor, sie einfach abzumelden, so leid tut sie mir.
Sie bleibt neben der Ausgangstür stehen.
Ich bringe sie zurück in die Gruppe. (Das Bild entstand übrigens nach 10 Millionen Tröstungen 😉)

Auf dem Rückweg fahre ich noch an einem Acker vorbei, auf dem ein riesiger Steinhaufen liegt.
Ich mopse mir 1, 2, 9 für unseren Garten.
Morgen komme ich bestimmt nochmal vorbei. 😉

Wieder zu Hause, liest das Babymädchen erstmal tagespolitisches Geschehen. (Streichle mich, dann fiepse ich!) 

Ich setze mich kurz an den Laptop und bestelle Foto-Leinwände für unser Wohnzimmer und unseren Flur.
Das Babymädchen will mitmachen.
Klappe zu, Affe tot.

Ich friere noch etwas Brokkoli für eine Brokkolicremesuppe ein.
Bei der Hitze habe ich allerdings nur bedingt Bock auf Suppe.
Creme hin, Creme her.

Wer hat an der Uhr gedreht….?
Und schon wird es wieder Zeit, Tiffy abzuholen.
Mein Auto meldet „low-fuel“ – bei meiner Fahrfrequenz hält der Tank aber noch mindestens 1 Woche 😉

Wieder zu Hause wird erstmal Öko-Fleckentfernung betrieben.
Warum zum Geier habe ich den Kindern so viele helle Sachen gekauft??? 😱

Nach dem Mittagsschlaf  (Babymädchen), einer Spielrunde  (Tiffy) und dem Versuch, etwas Ruhe zu erhaschen (ich) brauche ich erstmal wieder Kaffee.
Dazu gibt es Reste von Omas Pflaumen-Schmandkuchen (für mich) und Eis (für die Kinder).

Ich backe noch ein paar Fanta Cupcakes für unseren Besuch zum Kaffee morgen. 
Macht voll Spass bei 31 Grad Außentemperatur.

Abends grillen wir noch eine Runde, nachdem die Kinder sich draussen hungrig getobt haben.

Mein Kaffeebesuch ruft mich an, um sich für morgen zu entschuldigen – sie ist krank geworden. 
Nungut, muss ich eben 12 Fanta Cupcakes alleine essen.  😐

In diesem Sinne – schlaft gut, ihr Lieben da draussen 👋❤

‚Alle 12e‘ findet ihr wie immer bei „Draussen nur Kännchen„. 

Ich krieg‘ die Krätze

Dinge, die ich nicht an der Kindergartentür lesen möchte:

Ich dachte, die Krätze ist schon längst ausgestorben??? 

Seitdem ich durch die so beschilderte Tür gegangen bin, juckt es mich übrigens permanent. 
Unaufhörlich.
Überall.
Nachdem ich bei Wikipedia nachgelesen habe, möchte ich mich am liebsten 10 Mal am Tag in Sagrotan baden und anschliessend mit Chlorreiniger eincremen.

Wenn wir das bekommen, schicke ich mein Kind künftig im Ganzkörperkondom in den Kindergarten.
Mit Taucherglocke.

Mama-Momente August 2016

Verena von mamawahnsinnhochdrei hat mich eingeladen, mit ihr und euch meine Mama-Momente im August zu teilen.

Wie gut, dass es hier immer was zu tun und somit zu berichten gibt.🙂
(Singenjajajipeejipeeyeah!)

Mama-Moment kurz vorm Ausrasten:

MomenT?
Also singular?
Echt jetzt?
Mir fallen jeden Tag mindestens 30 solcher Momente ein.
… Mal 31 Tage macht… im Schnitt 930 solcher MomentE.
Vermutlich ist diese Zahl aber noch extrem geschönt.
Am meisten genervt hat mich diesen Monat  (neben unserem ewig währendem Schlafthema) aber die geschwisterliche Eifersucht.
Das Babymädchen kreischt in voller Weibermanier los, wenn ich mich mal zu lange mit Tiffy beschäftige und diese wiederum fackelt nicht lange, sobald sie sich zurückgesetzt fühlt:
Dann wird das Babymädchen einfach umgeschubst.

[…] „Und überall wo man hinguckt: Liebe und Frieden und so.“

Kinderkrankheiten und sonstige Leiden:

Ich habe zwei „ekelerregend gesunde“ Kinder. (O-Ton Kinderarzt 😉).
Wenn wir mal beim Arzt sitzen, dann immer wegen Stürzen, Hygienespüler im Auge, Stürzen oder aber wegen Stürzen.
So ist es nicht weiter verwunderlich, dass wir diesen Monat nach Tiffys Sturz beim Doktor anklopfen mussten.
So schlimm wie dieses Mal war es allerdings noch nie. 😔

Mama-Momente de luxe:

Öhm… ähhhh…. überleeeeg…. 🤔
Also so richtige DELUXE war jetzt so direkt irgendwie nichts.
Deluxe im Sinne von „Die Kinder sind im Bett… ich schmeisse mich auf die Couch und mache den Seestern…“ ja.
Deluxe im Sinne von Aromaspa, Hot-Stone-Massage und Melonen-Gingko-Gurken Smoothie – Fehlanzeige.
Ah, doch warte.
Wir haben diesen Monat unsere Satellitenschüssel UND den Telekomanschluss bekommen.
Ich kann jetzt also Fernsehen und Internetzen.
Wenn ich wollen würde sogar beides GLEICHZEITIG!!!

Wenn das nicht absolute deluxe ist, weiss ich auch nicht.

Unterwegs:

Der August… Der Monat der Ausflüge.

Zu erst einmal waren wie auf der Urnenbeisetzung meines Opas.
Er wurde an seinem Wohnort, rund 200 Kilometer von hier, beigesetzt.
Oma ist vor 10 Jahren vorausgegangen, nun haben sie sich wieder.
Vertragt euch da oben.
Oder wo immer ihr auch sein mögt.

Die beiden Mädchen haben das übrigens ganz toll gemacht.
Kein Geschrei, kein Gemecker, kein Rumgeflitze… als hätten sie gemerkt, dass dies ein ganz besonderer Anlass ist.
Der Bestatter sagte mit Blick auf die Mädchen, dass unser Zusammentreffen genau das Bild zeigt:
Die einen müssen gehen, um Platz für die anderen zu machen.
Ich habe geweint.
Um Opa.
Und um des Lebens willen.

Einen etwas vergnüglicheren Nachmittag verbrachten wir diesen Monat im Indoorspielpark.
Dank Sommerferien latent überfüllt, stickig und sehr laut.
Alles für die Kinder, alles für den Club.  😉

Eine tolles Alternativprogramm ist immer der Stadtpark, dem wir diesen Monat einen Besuch abstatteten.
Dort gibt es viele Tiere (Ziegen, Schafe, Hühner, Esel, Kühe, Rehe, Enten, Vögel…) und einen grossen Spielplatz.
Die Kinder finden es super, kommen an die frische Luft und das Ganze ist sogar gratis.

Wir waren diesen Monat mal ganz gewagt und haben der Innenstadt am Samstag einen Besuch abgestattet.
Mit Bestechungseis (leider hat Tiffy das blaue Eis gesehen, normalerweise gibt es hier nur helle Eissorten zwecks Fleckvermeidung 😂😉) hat das sogar wunderbar funktioniert und wir konnten hier und da ein wenig schauen.

Meine drei Shopping-Highlights:

Ich altes Muttertier ich, habe doch fast ausschließlich für die Mädels geshopped.
Nein, nicht nur diesen Monat.
Immer.
Diesen Monat brachte der Götterbote ein grosses Paket von den Gebrüdern Hennes und Mauritz zum Paketshop meines Vertrauens.
Knapp 10 Tage und 3 ErinnerungsSMS später lag es auch schon hier.
16 Artikel für Tiffy, 3 für mich.
16 Artikel haben wir behalten.
3 gingen zurück.
Ratet mal, welche.

Das Trend-Piece im Herbst: Pilotenjacke in oliv; hier exemplarisch für die Flut an Klamotten für Tiffy.

Dafür habe ich dann im weiteren Verlauf des Monats ein Kleid aus dem Sale für unser Familienfotoshooting ergattert.

Als weiteres Highlight bezeichne ich den Kauf unserer Randsteine für den Garten. (Und noch während ich den Satz schreibe, möchte ich mich schon erhängen. Wie tief bin ich gesunken, dass ich mich über Randsteine freue? Wie tief?!??)
Aber nein; ich freue mich ehrlich und aufrichtig über die blöden Steine.
Weil jeder Stein UNS gehört.
UNSEREM Haus und keinem Vermieter.
Und weil Herr Düse sie verlegt.
Zwar schief, aber immerhin.
Wir haben etwas selbst gemacht!!


Mein größter Fehlkauf:

Mmmh…
Die Pommersche aus dem Buchenrauch…?

Nö, jetzt mal Butter bei die Fische.
Wer nix kauft, kann nichts bereuen.

#nothingtoregret


(Home)Work:

[…] „Irgendwasirgendwasirgendwas
WORKWORKWORKWORKWORK“ […]

Chaosbeseitigen.
Kinder bändigen.
Repeat.
Every. single. day.


Der Blog:

So much to do… so little time.
Ich komme vor lauter Kindergarteneingewöhnung und sich langsam ausschleichendem Mittagsschlaf seitens Tiffy gar nicht mehr hinterher mit meinen Beiträgen.
Am meisten nervt mich, dass ich mit den Babymädchen Updates so hinterherhänge.
Aber lieblos runterrattern möchte ich das natürlich auch nicht.
Die grauen Herren leisten ganze Arbeit.
Hat jemand ein Tütchen Zeit zu verschenken?
Momo, wo bist du?


Schnappschüsse:



​49 Wochen Babymädchen 

49 Wochen Babymädchen
(16.06.-22.06.2016)wenn das in dieser Geschwindigkeit weitergeht, überrunde ich mich bald selbst 😉

It’s 4 o’clock in the morning
And it’s starting to get light
Well I’m right where I wanna be
Losing track of time…

Lazard- 4 o’clock in the morning 

Erste Male:
Diese Woche hatte es in sich.

Du bist zum ersten Mal geflogen.

Du hast zum ersten Mal das Meer gesehen.
Du bist zum ersten Mal im Meer geschwommen.
Du hast zum ersten Mal einen anderen Kontinent bereist.

Du hattest Deinen ersten Jetlag.
Du hast Dein erstes Squirrel gesehen.

Sinnbild: Squirrel in Cracker-Tüte

Du hast zum ersten Mal Englisch gehört.
Du hast zum ersten Mal unter diesen furchtbar dünnen Karibik-Bettdecken geschlafen.
Du hast zum ersten Mal am Strand geschlafen.

Unser Florida Urlaub hat begonnen.
Die Anreise war eine glatte 11 auf einer Skala von 1-10.
Nach einer seeeeeehr kurzen, seeeehr gestörten Nacht im Holiday Inn am Flughafen klingelten am Morgen 37 Wecker parallel um 06:15 Uhr.
Geduscht, Kinder noch im Halbschlaf angezogen, schnell die restlichen Sachen der Nacht in unser Auto verfrachtet, ein bisschen Early gebirdet und dann ab ins Taxi zum Flughafen.
Gott sei Dank nur mit unserem schmalen Handgepäck (1 Trunki Koffer, 1 Rucksack, 1 Victoria’s Secret Reisetasche, 1 Buggy und einem Maxi Cosi); den Koffern hatten wir uns ja schon am Vorabend entledigt.
Nach Security (nur der Buggy hat angeschlagen, Hurrraaa!), Passkontrolle und Dutyfree Shopping (früher: 2 Stangen Zigaretten, Sekt, Pafüm// heute: 1 Zeitschrift) wurdest du maulig.
Gestillt.
Eingeschlafen.
In den Maxi Cosi gelegt.
Pünktlich zum Boarding wieder wachgeworden.
Hinter uns in der Schlange ein Truppe junger Mädchen und Jungs die mit Blick auf unser Gepäck feststellen: „Ey, wieso haben wir denn überhaupt Gepäck abgegeben???“
Kriegt ihr erstmal Kinder.
.
.
.
.
.
.
Bitches.
…Und ausserdem geht der Buggy ja schliesslich noch nach unten. *fiktivenponyindieluftpust*

Im Flugzeug selber gab es erstmal eine grosse Wiedersehensparty, denn eine meiner Kolleginnen, die ich seit der Schwangerschaft mit Tiffy nicht mehr gesehen habe, war auf dem Flug und beschenkte Tiffy erstmal reichlich mit Bonbons.

8 Stunden „Trotro“ guckend und 1:45 Stunde schlafend (Tiffy), 2 Stunden schlafend (Babymädchen), 1 Spielfilm guckend (Herr Düse) und 3 Folgen „Modern Family“ guckend (Ich) betraten wir 9:47 Stunden später amerikanischen Boden.
Beide Kinder in der Trage, Handgepäck links und rechts unter die Achseln geklemmt.
Die neue automatische Einreise ignorierten wir aufgrund der Tatsache, dass das Babymädchen ja noch nie in die USA eingereist war.
Watt der Bauer nicht kennt, frisst er nicht… 😉
Wir mogelten uns einfach so lange weiter durch und stellten uns doof, bis wir wieder vor einem altbekannten Immigration-Officer standen.
*Blitz* 4 Fotos später und „Press Index Finger/middle Finger/thumb here“ 300 Fingerabdrücke später hatten wir unsere vier Stempel in den Pässen.

Die Custom Declaration hat der Immigration Officer auch direkt einbehalten – das war auch neu.
Guck an, kaum ist man mal 1 Jahr nicht da, ist alles anders.
Irgendwann hatten wir sowohl Koffer als auch Mietwagen inklusive Kindersitz in Beschlag (nur kurz unterbrochen von einem kleinen Kötzerchen von Tiffy im Rental Car Center) und fuhren mit den mittlerweile seeeeeehr müden Kinder auf die I95 Richtung Norden.

In Fort Lauderdale angekommen, trafen wir auf alte Bekannte:
Eine deutsche Familie, die mit ihrem 5-jährigen Sohn ebenfalls in der Apartmentanlage urlaubte.
Murphy legt fest, das wir jedes Jahr, egal wann wir fahren, bei Regen ankommen.
„Typisches Miami Wetter“, sagte mal ein Kapitän.
Während wir unsere Koffer in unsere Wohnung verräumten und einen kurzen Plausch mit unserer Vermieterin abhielten, tanzte Tiffy draußen mit ihrem neugewonnenen Urlaubskumpel im Regen und badete in den monströsen Pfützen.
„Guck mal Mama, hier ist ein ganz grosses Wasser!“
Wir lachten.
Wussten wir doch, was hinter dem Hotel auf der anderen Strassenseite für ein grosses Wasser wartete.
Dann fuhr auch „schon“ meine Familie vor, die es vorgezogen hatten, mit einer anderen Airline anzureisen.
Ihr Flieger landete 20 Minuten nach unserem in Miami – sie trafen 1,5 Stunden nach uns in Fort Lauderdale ein.
Finde den Fehler.

Wir fuhren noch schnell in kompletter Mannschaftsstärke zu Publix, um für 150$ die nötigsten Kleinigkeiten zu Essen für den nächsten Tag zu besorgen (die Stimmung eskalierte etwas, da wir uns zeittechnisch mittlerweile Mitternacht näherten) und fielen anschliessend wie Felsbrocken ins Bett.

Schmalspur Erstbefüllung: Fürs Frühstück reichts. Und natürlich Bier.

Um 4 Uhr morgens fingen wir dann an, unsere Strandtasche zu packen, Schwimmflügel aufzublasen, zu spielen und ein erstes Frühstück einzunehmen.

Yipee.

Zum Sonnenaufgang spazierten wir über die Strasse zum Strand, wo wir direkt auf meinen Bruder trafen.
Die Mädels waren völlig aus dem Häuschen.
Ich war unendlich glücklich.
Und sehr, sehr müde.

Die gesamte erste Urlaubswoche kämpften wir mit den Folgen des Jetlags und konnten irgendwie noch so gar keinen richtigen Rhythmus finden…
Das Babymädchen war oft motzig, schlief am Strand ein und die Nächte waren unterirdisch. (Spoileralarm: Sie blieben unterirdisch. Durchgehend.)

Trotzdem schafften wir es in der ersten Woche zum Burgeressen zu Denny’s, zum Shoppen zu Marshalls und den Souvenirbuden um die Ecke und 2x täglich an den Strand.

Grausame „Souvenirs“… WER BITTE kauft so etwas??!?

Build your own Burger: Cheddar Bun, Beef Patty, Lettuce, Tomato, sauteed Mushrooms, Onions, Swiss Cheese. Served with Fries. Ein Gedicht. ❤

Denny’s Strawberry Milkshake to go. Ebenfalls ein Gedicht. ❤❤

Eine kleine Exkursion ins Tierreich: Es ist Schildkröten-Schlüpfzeit. Die Nester werden abgesperrt, damit niemand darauf tritt. Die Strassenbeleuchtung wird von März-Oktober Nachts auf ein Minimum reduziert, da die frisch geschlüpften Schildkröten Richtung Mond (also ins Helle) ins Wasser krabbeln und nicht irrtümlicherweise den Mond mit Strassenlaternen verwechseln.

Wie wunderbar ist eigentlich Urlaub???
Was Du Neues kannst:
An Möbeln laufen.
Mein kleines, grosses Mädchen. ❤

Erkenntnis der Woche:
Ich bin jetzt offiziell „Fußgänger.“
Das Schaukeln des Flugzeugs hat mich 24 Stunden verfolgt und mich wie ein betrunkener Seebär fühlen lassen.
Das Gefühl kannte ich vorher gar nicht.
Ein klitzekleines bisschen Sehnsucht habe ich doch…irgendwie.

Fail 1.0

Gestern war Tag 5 der Kindergarten Eingewöhnung. 

Zum ersten Mal habe ich mich, weil es so gut lief, für 30 Minuten zu einem Spaziergang verabschiedet.  

Nach 15 Minuten (!!) klingelte mein Telefon.

„Düse, es tut mir leid, dass ich Dich anrufen muss, aber Tiffy ist gestürzt und hat ein grosses Hämatom und blutet.“

So schnell bin ich nie in meinem Leben mit Flip-Flops gerannt…

Unser Kinderarzt, zu dem wir direkt mit wehenden Fahnen durchmarschiert sind, fasste die Gesamtsituation gekonnt zusammen:

„Was für eine Scheisse…“

Kindergartenkind. 

Liebe Tiffy,
morgen ist Dein erster Tag im Kindergarten.
Morgen bist Du 2 Jahre, 10 Monate und 23 Tage alt.

Für uns war es der richtige Weg, dass wir fast 3 Jahre zusammen waren.
Nur wir.
Die Zeit ist nun vorbei.
Ich habe sie unendlich genossen.

Und ich bin traurig.
Traurig darüber, Dich nun „frei zu geben“; Dich in andere Hände geben zu müssen.

Hände, die nicht jahrelang auf dich gewartet haben.
Hände, die sich nicht hunderte von Spritzen in den Bauch jagen mussten.
Hände, die sich bei Deinem ersten Schrei nicht die Tränen des Glückes aus den Augen gewischt haben.
Hände, die Dich nicht zum ersten Mal ehrfürchtig gestreichelt haben.
Zum ersten Mal und viele, viele weitere Male.
Hände, die dich nicht getragen haben.
Meter um Meter um Meter.
Hände, die die Deinen nicht gehalten haben, als Du Deine ersten Schritte gemacht hast.
Als Du Deine Impfungen bekommen hast.
Als Du krank warst.
Hände, Die Dich Nachts nicht an Dich kuscheln und Dich wieder zudecken, weil du Dich freigeturnt hast.

Fremde Hände.

Mein kleines grosses Mädchen, heute denke ich oft daran, wie es war, als man Dich mir auf die Brust gelegt hat, nach Deiner Geburt.
Ich war der glücklichste Mensch auf der ganzen Welt.
Ich habe Dich angeschaut, Du warst so winzig mit Deinen 2640 Gramm.
Immer und immer wieder.
Nie habe ich etwas wertvolleres in meinen Armen gehalten.

Für mich war es seit diesem Tag unvorstellbar, auch nur eine Sekunde in Deinem Leben zu verpassen.
Die Verantwortung für Dich jemand anderem zu übertragen.
Nicht auf Dich aufzupassen.

Nun ist er gekommen, dieser Tag.
Ich werde Stunden Deines Lebens verpassen. 
Ich werde Dich in -hoffentlich- fürsorgliche Hände geben.

Meine grosse Maus, ich bemühe mich sehr, Dir nicht zu zeigen, wie traurig ich bin, dass sich ab morgen alles verändert.

Wir haben zusammen eingekauft, alle Sachen mit Deinem Namen beschriftet, eine kleine Schultüte ausgesucht (und Mama hat sie befüllt 😊) und fahren 1 Mal täglich am Kindergarten vorbei und spielen das „Wer geht hier bald hiiiiiin? High-Five Ratespiel“.
Ich möchte nicht, dass Du Angst hast oder den Kindergarten mit „traurig sein“ assoziierst.

Trotzdem hast Du mich heute angesehen und mich gefragt: „Mama, warum bist Du so traurig?“
Ich habe gelächelt und gesagt: „Mein Mäuschen, ich bin nicht traurig.“
Du hast geantwortet: „Aber Du hast ganz traurige Augen, Mama!“
Mein kluges, grosses Mädchen.
Geweint habe ich dann heimlich im Bad.

Heute Abend war mir so schlecht, dass ich mich beinahe übergeben hätte.
So aufgewühlt war ich.
Liebe Tiffy, ich liebe Dich so sehr, dass es wehtut, Dich loszulassen.

Morgen gehen wir einen grossen und wichtigen Schritt, mein Mädchen.
Einen grossen Schritt in Richtung Selbstständigkeit.
Ich hoffe, dass ich Dir in den vergangenen 2 Jahren, 10 Monaten und 23 Tagen viele Dinge mitgeben konnte, die Dir morgen und fortan jeden Tag nützlich sind.
Das Du Dich immer auf mich verlassen kannst, zum Beispiel.
Das Du alles schaffen kannst und dass ich immer hinter Dir stehe.
Und dass Du niemals alleine bist.
Das ich immer wiederkomme.

Niemals werde ich vergessen, wie nah wir uns nach Deiner Geburt waren.
Ich hoffe, wir werden uns für immer so nah sein wie an Diesem Tag – auch wenn wir manchmal voneinander weggehen.

Ich liebe Dich.

Deine Mama